So vermeiden Sie Kälteschäden

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Dr. med. Lutz Peter
Unwissen, Risikobereitschaft oder auch unsinnige Pistenmode eitler Skihasen kann dazu beitragen, daß einem ein kalter Skitag noch lange in Erinnerung bleibt. Erfrierungen müssen nicht sein. Wie kann sich der Wintersportler davor schützen?

Das weiß jeder: Kalte Füße sind furchtbar! Besonders, wenn man ganz am Ende der Liftschlange steht und weiß, daß es noch mindestens fünfzehn Minuten dauert, bis man in die vereiste Gondel kommt. Doch Spott beiseite: Die Kälte kann einem nicht nur den ganzen Spaß beim Wintersport verleiden, sondern auch schlimme gesundheitliche Schäden verursachen.
Wann es jemand kalt ist oder er friert, darüber gibt es keine Statistik. Denn das ist eine subjektive Einschätzung. Aber bestimmte Menschen sind trotzdem etwas mehr gefährdet als andere. Das frierende Skihaserl ist möglicherweise nicht etwa als wehleidig oder verzogen einzustufen, sondern leidet beispielsweise an dem sogenannten RaynaudSyndrom. Zwar können auch Männer davon betroffen sein, aber in dreiviertel aller Fälle klagen junge Frauen über schmerzende, leichenblasse Finger. Die Betroffenen erleiden bei kalten Temperaturen geradezu einen Anfall, bei dem sich ihre kleinen Arterien durch den Temperaturreiz verkrampfen. Dadurch werden besonders die Finger von der normalen Blutversorgung abgeschnitten und beginnen durch die Mangelversorgung von wärmendem Blut und Sauerstoff zu schmerzen. Besonders auch kleine Kinder gehören zu dem gefährdeten Personenkreis. Sie können überhaupt noch nicht selbst abschätzen, wann sie sich vor der Kälte zu schützen haben  und ohne Aufsicht und Fürsorge Älterer geschieht es schnell, daß sie sich unterkühlen. Die Schmerzen durch Kälteschäden sind für sie meist ganz neue, unbekannte Empfindungen, die aber beispielsweise durch die Lust am Skifahren verdrängt werden. Deswegen ist es dringend notwendig, auf die quirligen Skizwerge aufzupassen und auf weiße Nasen oder weiße Hände zu achten.
Aber auch „g’standene Männer“ bleiben vor Erfrierungen nicht verschont: Man findet sie oft am Rande der Piste, an der Schneebar beim „Aufwärmen“. Natürlich wird’s einem vom Alkohol zunächst warm, denn die Blutgefäße erweitern sich, und warmes Blut aus dem Körperinneren gelangt in die äußeren, ausgekühlten Regionen. Die jetzt gutdurchblutete Haut gibt zuviel Wärme an die Luft der Umgebung ab. Damit ist klar, daß der Körper in kalter Umgebung  also im Freien mit Minustemperaturen  schneller auskühlt als vorher. Das aber wird oft von den Angetrunkenen nicht mehr richtig wahrgenommen, da die Alarmzeichen des Körpers, wie Schmerzen an den Gliedmaßen, nicht mehr vernünftig registriert und beurteilt werden. Auch Raucher sind von kalten Temperaturen gefährdet, da das Nikotin ihre Blutgefäße verengt: Mangeldurchblutung der Glieder macht sie besonders anfällig für die Kälte.
Sensible Körperteile für örtliche Erfrierungen sind Hände und Füße, im Gesicht besonders Nase, Ohren und  bei Nichtbärtigen  das Kinn. Diese Körperteile zeichnen sich dadurch aus, daß sie sogenannte „Endstromgebiete“ des Blutkreislaufes sind. Das bedeutet, daß in diesen Bereichen das warme arterielle Blut erst durch ein Netz kleinster Blutbahnen geführt wird, das durch tiefe Temperaturen besonders störanfällig ist: Der Körper „schaltet“ nämlich, wenn seine „Betriebstemperatur von 36 bis 37 Grad Celsius auf etwa 34 Grad absinkt, diese Körperbereiche einfach ab. Dadurch verhindert er, daß die Innentemperatur durch den Wärmeverlust der Außenbezirke in einen für den Gesamtorganismus kritischen Bereich abfällt.
Hände und das Gesicht sind zudem oft noch leidlich ungeschützt. Wer hier, aber auch in den Füßen Schmerzen wie Brennen, Stechen oder ähnliches verspürt, bemerkt die ersten Symptome einer Erfrierung. Diese sollte man unbedingt ernst nehmen, denn bereits die nächste Phase einer Schädigung ist die Gefühllosigkeit. Der Betroffene spürt ichts mehr, seine Gliedmaßen, die Nase oder die Ohren sind regelrecht taub  auch beim Anfassen! Dafür aber kann man die Zeichen einer Mangeldurchblutung und beginnenden Erfrierung deutlich sehen: Die Haut ist zunächst blaß, später sogar schneeweiß! Erfahrene Skibergsteiger und Pistenenthusiasten kontrollieren sich deswegen immer gegenseitig im Gesicht! Daß die Gliedmaßen anschwellen oder die Haut Blasen wirft, ist ein weiteres, späteres Stadium. Es kann nur bei richtiger Behandlung, oft mit Restschäden, ausheilen. Doch dieser Zustand muß durch den Arzt behandelt werden. In den Vorstadien kann jeder sich noch selbst helfen  und zwar mit Erfolg dann, wenn er die betroffenen Körperteile schnell wieder erwärmt. Ein ganz wichtiger Hinweis: Man darf auf keinen Fall das unterkühlte Körpergebiet mit Schnee abreiben! Dieser Unsinn wird leider immer noch erzählt und auch betrieben. Dabei wird die geschädigte Haut noch mehr zerstört! Richtig dagegen wäre, die gefrorenen Körperteile mit heißem Wasser aufzutauen. Dies ist jedoch sehr schmerzhaft und kaum auszuhalten. Zuerst muß auf alle Fälle ein warmer Platz, beispielsweise eine Hütte, aufgesucht werden. Die geschädigten Körperteile werden dort in lauwarmem Wasser gebadet, wobei innerhalb von etwa dreißig Minuten immer wärmeres Wasser zugegossen werden sollte. Dabei sollte die Badetemperatur nicht über ca. vierzig Grad Celsius steigen. Erst wenn die Haut wieder durchblutet ist und hellrosa aussieht, kann diese Behandlung beendet werden. Diese Prozedur kann mit warmen, gezuckerten Getränken unterstützt werden. Aber Vorbeugung ist auch hier besser als Heilung. So mercwürdig sich auch die Hüpfereien der Skifahrer am Lift ausnehmen: Bewegung ist in jedem Fall richtig! Wer aber wirclich Schmerzen verspürt, sollte eher auf das Ausnutzen der Liftkarte verzichten und einen Gesundheitscheck in der nächsten Skihütte vornehmen. Und wenn auch die Ausrüstung noch so teuer war und noch so schick aussieht: Friert man darin, ist sie einfach unpassend! Zur Vorbeugung gegen Gesundheitsschäden gehört auch die Wahl einer warmen Sportbekleidung. Also: weg mit zu engem Schuhwerk Platz für die Finger (Fäustlinge), her mit einer richtigen Mütze oder Kapuze, einem Schal, notfalls eine Gesichtsmaske. Und jede Bekleidung muß Nässe abhalten, da nasse oder feuchte Sachen wiederum Wärme ableiten.

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