Die Meije 3983 m – eine Besteigung

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Hacker wendet sich nun von der Kante ab, ein Quergang führt ihn in verschneite Felsen links auf ein Bändchen und damit in die aufgelösten unterenn Schrofen. Noch einige Meter hinab und wir stapfen im Schnee hinüber zur Scharte. Die gefährlichste Kletterei an der Meije war uns gelungen. Ich will nicht behaupten, dass es die schwerste war, aber unter diesen Verhältnissen, wo der eiserne Wille, der rastlos arbeitende Geist die Nacht in den Tag umwandeln musste, war die Kletterei die grausigste, die wir je geleistet haben, und doch war nichts gewesen, was über unsere Kraft gegangen war; wir hatten gedacht, gesucht, gefunden und gesiegt, der Preis unseres Lebens, das eben noch an die dunkle Pforte der Ewigkeit gepocht und nach seinem Schicksale gefragt, war wieder hoch emporgeschnellt, seelische Befriedigung und neue
Freude am Dasein durchströmten von neuem unser Inneres.

Um 3 Uhr früh betraten wir wieder aperen Fels und querten auf schönem Bande in der Südwand ein Stück nach Osten, bis ein Abbruch Halt gebot. Wir beschlossen, zu warten, denn es wäre heller Wahnsinn gewesen, den Eis­hang, welchen wir im Dämmer­schein zum Glacier de Tabuchet hinab schießen gesehen hatten, während der Nacht machen zu wollen, das Innere der unten grinsenden Klüfte wollten wir nicht näher erforschen.

Wir warfen uns hin voll stiller Freude, dass unser Plan bisher so trefflich gelungen, und lugten hinaus in den er­wachenden Osten, dem jungen Morgen entgegen, bis es uns um ½ 6 Uhr mit dem ersten zarten Rot Zeit dünkte, den Ab­stieg über den Eishang anzu­treten, und wir auf die Scharte zurückgingen.

Steiler, lockerer Schnee führte höchst unsicher zu den untersten Felsplatten und nun erwartete uns noch eine 50 m hohe, mindestens 600 geneigte Eiswand; hatten wir die passiert, dann konnten wir auf einen ziemlich friedlichen Gletscher-Ex-Bummel zu den schiefrigen Lehnen rechnen, die nach La Grave hinunterleiten. Doch 3 1/2 Stunden sollte uns der Hang kosten!

Das war eine fatale Geschichte! Das Eis war zumeist total blank und unter uns machte sich eine große Randkluft und unter der wieder eine andere offene Spalte breit, beide bereit, den Hinabsausenden auf Niewiedersehen zu verschlingen.

Zum Stufenschlagen von oben schien uns der Hang zu steil und die Arbeit zu langwierig. Ich schlug vor, weiter nach Osten zu gehen, wo der Felsen tiefer herabsteigt, doch auch das hätte zu viel Zeit erfordert.

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