Die Meije 3983 m – eine Besteigung

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den Monte Viso, die Zermatter Riesen bis zum Koloss Montblanc breitet sich eine maßlos erhabene Rundschau, die voll zu genießen uns leider die Zeit mangelt.

Doch was nun? Zum Rückweg über den Westgrat oder auf dem gewöhn­lichen Wege zur Hütte war es zu spät, denn nach einem Campement Castelnau sehnten wir uns nicht im mindesten. Hacker meinte, den Biwakplatz am Rande des Glacier Carré, in den Felsen des Doigt aufzusuchen und die dort befindlichen Decken für das Biwak zu benützen. Doch in mir war inzwischen ein anderer Plan gereift. Es war ein gottvoller Tag, kein Wind, absolut sicheres Wetter, der Mond war für ½ 8 Uhr abends zu erwarten, warum sollten wir nicht zum Pic Central hinübergehen? Drum sagte ich zu Hacker: »Für’s Biwakieren haben wir zu wenig zum Anziehen, die Schlafsäcke und andere schöne Dinge liegen in der Hütte, gehen wir lieber weiter über den Ostgrat. Auf den Turm hinter der Brèche Zsigmondy kommen wir jedenfalls vor Anbruch der Dunkelheit, damit wird das Schwierigste überwunden sein und der Mond wird weiter helfen.«

Hacker schlug ein und um 3 Uhr 15 Min. wandten wir uns nach Osten. Der gewöhnliche Abstieg erfolgt links (nördlich) von der Gratlinie, wo man sich mittels eingetriebener Haken abseilen kann. Für uns war das nichts, denn die Felsen steckten dort in tiefem Neuschnee und von Eisenstiften war nichts zu ent­decken. Da der Grat selbst nicht weiter benutzbar ist, so beschlossen wir, die Südseite zu versuchen. Hacker stieg durch eine Rinne rechts vom Grate etwa 5 m hinab und querte sodann nach links, bis er, direkt über sehr schwierige Platten absteigend, einen Stand fand, wohin ich nachkommen konnte. »Es geht sehr schlecht, Vorsicht !« tönte es herauf. Auch wieder eine Kletterstelle, die sich sehen lassen kann. Wer dort rutscht, der fällt direkt ins große Couloir und auf den Glacier des Étançons, kleine 1000 m. Etwa 10 m kletterte ich über die Platten hinab zu Hacker, worauf wir nach links gegen den Grat hinüberqueren konnten.

Von einem Köpfel sahen wir hinunter zum Grat, ein Traversieren ging nicht, auch unter uns war kein kletterbarer Fels, aber Abseilen war möglich. Das Köpfel bildete die Spitze eines Pfeilers und in seiner Verschnei­dung mit der glatten Wand konnte man sich verklemmen, wodurch das Seil nur als Reservehilfsmittel ver­wendet wurde. Nachdem ich so 8 m hinabgeglitten war, folgte Hacker und jetzt war der Grat erreichbar, von wo wir nur mehr eine niedrige Stufe zur Brèche Zsigmondy hinabzuklettern hatten. Aber viel Zeit hatte es ge­kostet, 3/4 6 Uhr war es geworden, bis wir die Scharte betraten.

Gerade schickte sich der feurige Sonnenball an, im Westen zu ver­sinken, und entzündete die Korri­dors, die jähen Eisflanken des Grates zu unseren Füßen, als wir daran­gingen, dem berüchtigten Abbruch des ersten Turmes zu Leibe zu rücken.

Am Fuße des Turmes ist der ebene Schartengrund ausnahmsweise etwas breiter und dort standen wir nun, schlugen die Arme nach internationaler Sitte übereinander, um uns zu erwärmen, und schauten uns den Absturz ober uns an, der den berühmten Siegern Emil, Otto Zsigmondy und Purtscheller so kolossale Mühe bereitet hatte.

Dieweilen drängte man sich vor dem Hôtel de la Meije um das Fernrohr und suchte unsere Absichten zu erraten. Die Führer sagten, als sie unsere Bewegungen sahen, dass wir erfrieren müssten, denn die Nacht sei schrecklich kalt und auf den Fel­sen sei Le verglas. Im Dauphiné spielen der bergsrond und die vereisten Felsen, der verglas, eine große Rolle bei dem Bergsteiger.

Wir aber müssenzum Werke schreiten, denn sonst gefriert das an der Nordseite eingezogene Seil, soweit es nicht ohnehin im Schnee begraben ist.

Über ein Band geht es nach links aufwärts zur schlimmen Ecke, um die herum ein dünnes Seil zur Fixierung des dicken Taues in der Nordseite läuft. Das Band geleitet uns nur bis zur Ecke, dann lässt es

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