Die Meije 3983 m – eine Besteigung

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gegen den Doigt und links um den an­steigenden Grat herum zum alten Schlaf­platz, wo ein paar ehrwürdige, zerrissene Decken ein einsames Dasein fristen.

Noch einige Meter nach rechts ab­wärts und wir betreten den westlichen Rand des Glacier Carré. Die Uhr zeigt bereits ½^ 1.

Der zwischen Doigt, Pic du Glacier Carré und Grand Pic eingebettete vier­eckige Gletscher steigt in beträchtlicher Neigung an, was bei gutem Schnee gewiss kein Hindernis ist, uns aber, die wir in der glühenden Hitze der dünnen Neu­schneeschichte nicht vertrauen durften, nötigte, die längs der Felsen hinaufziehende Randkluft zu benützen, denn eine Glissade über den Gletscher und eine Abfahrt über eine 700 m hohe, senkrechte Wand darunter, wäre sicherlich nicht »das höchste der Gefühle«. —

Mit Stufenschlagen, mit Verwendung der Kluft und der Felsen mühten wir uns an dem Doigt aufwärts bis zur Brèche du Doigt, von dort kamen wir unter dem Pic du Glacier Carré schneller in die Brèche du Glacier Carré. Hier bietet sich der erste Blick nach Norden, nach La Grave, wo man uns, wie wir später hörten, schon ungeduldig zu sehen erwartete.

Lustig ging es nun in den Schrofen des Grand Pic durch Rinnen und über Wandstufen bis zu dreiviertel der Höhe. Ober uns hing jetzt der Zipfel der Kapuzinermütze herein, ein achtenswerter Überhang, der die ersten Ersteiger um ein Haar zurückgeschlagen hätte, hätten sie sich nicht entschlossen, reiten zu lernen. Das »Cheval rouge« gestattet hier den einzigen Ausweg, allerdings wieder eine der großartigsten Kletterstellen an der Meije.

Man muss nach links zu einer rötlichen, steilen, dachförmig zulaufenden Platte hin und mittels winziger Griffe zu der Kante emporklettern. Die Nägel knirschen vor Wut, doch schon legt sich die Hand auf den First und mit einem Schwunge sitzt man oben. Das rechte Bein gravitiert nach La Bérarde und mit dem linken über den unerhörten Absturz zum Glacier de la Meije hinabbaumelnden Fuße winken wir nach La Grave hinab.

Wie in einer Spielzeugschachtel liegen die grauen Häuschen eng aneinander geschmiegt, als hätten sie Furcht vor der Riesin Meije und jetzt sehen sie uns da unten, beinahe 2500 m tiefer, zum ersten Male.

Nun heißt es Stand genommen auf dem Rücken des Rosses und fein vor­sichtig in die Nordseite hinaus.

Auch hier hängt jetzt ein Seil, mit dessen Hilfe es in den verschneiten Felsen der Nordseite, 1000 m über den geöffneten Rachen des Meijegletschers, anstrengend einige Meter hoch auf den Grat emporgeht. Noch einige Minuten und wir stürmen hinauf zum Steinmann, die stolze Meije liegt zu unseren Füßen. Es ist 3 Uhr.

Kein Hauch rührt sich, in unendlicher Klarheit umringen die Berggestalten in Demut ihre Herrin, ein zarter Duft schwebt über der Natur und legt sich be­rauschend um die bestrickten Sinne. Von den Grandes Rousses über den Berg­kranz des Dauphiné mit der in tadellosem Weiß gleißenden Barre des Écrins, über

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