Die Meije 3983 m – eine Besteigung

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Thorant zeigt. Die beiden französischen Alpinisten waren am 20. August 1896 nach glücklich ausgeführter Ersteigung des Grand Pic beim Abstieg zu einem Biwak gezwungen worden und fanden am nächsten Morgen bei Passierung des vereisten Grand Couloirs durch Absturz auf den Glacier des Étançons ihren Tod. Auf dem Kirchhofe von St. Christophe fand Thorant neben E. Zsigmondy seine letzte Ruhestätte. Die Meije hatte sich die zweiten Opfer geholt, mögen es die letzten sein. — Vom oberen Ausgang des Couloirs ist nicht mehr weit zu der historischen Stelle, wo ein steinumfriedetes Plätzchen so manches von den Belagerungen der Meije erzählen könnte, es ist die Pyramide Duhamel, über die hinaus weder Duhamel noch seine Nachfolger bis auf Castelnau gedrungen waren, weil sie es für unmöglich gehalten hatten.
Der Eindruck, den der Grand Mur macht, ist wohl entmutigend. Gegen 200 m hoch steigt die fast ungegliederte Wand zur Linken in die Höhe, indessen sie rechts 600 m tief zum tançonsgletscher hinabstürzt. Dort, wo die große Mauer in die schwarze Wand unter dem Glacier Carré hineinwächst, klirren die vom Gletscherrand herabfallenden Eiszapfen auf den Felsen und singen mit klingender Stimme ihr Sterbelied.
Von der Pyramide Duhamel führt ein Band nach rechts und gleich darauf stehen wir bei einem herabbaumelnden Seil, neben dem es nun einige 20 m über plattige Felsen schwierig hinangeht; man befindet sich ‘nun wieder an einem der interessantesten Meijepunkte, bei dem »Campement de Castelnau« ; ein schmales Band, auf dem die ersten Bezwinger der Meije beim Abstiege in Frost und Neuschnee über
nachten mussten, worauf sie erst am anderen Tage unter den größten Schwierigkeiten die Pyramide Duhamel und damit leichteres
Terrain erreichten. Wir querten gegen die schwarze Wand unter dem Glacier Carré hin gegen die Region der fallenden Eiszapfen, um sodann
wieder links aufwärts zu klettern. Die Wand ist sehr steil; auf die gewaltige Exposition achten wir schon längst nicht mehr, die Griffe und Tritte sind zwar fest wie Eisen, aber oft weit auseinanderliegend, so dass hier der Besitz einer tüchtigen Portion Länge, wie sie Freund Hacker auszeichnet, sehr wünschenswert ist.

Da die Felsen rechts immer schwieriger wurden, so drängten sie uns nach links, so dass wir nahe zur Kante der Wand kamen. Links sehen wir zur Brèche hinunter, hier musste der »Pas du Chat«, der Katzentritt, sein. Doch Hacker gewahrt an einem an der Ecke befindlichen Blocke: Kratzspuren und so gehen wir gleich dahinauf. Ober­halb gelangen wir auf ein schmales plattiges Band, das nach rechts ziehend noch an Aus­gesetztheit gewinnt und mit wenigen Schrit­ten in einen Felswinkel führt, wo uns eine große, steil aufgerichtete Platte das Weitergehen fraglich macht. Sie kommt uns etwas zu schwierig vor und ich gehe daher aus dem Winkel nach rechts um eine Ecke höher in die freie Wand hinaus. Ein ansteigendes schlechtes Band führt mich in riesig ausgesetzte brüchige Wand­partien. Noch plage ich mich ein Stück weiter, bis ich überzeugt bin, dass ich falsch sei, und behutsam den Rückzug antrete. Freilich war indessen eine kostbare Stunde dahingegangen. Als ich wieder bei Hacker war und kaum begonnen hatte, die Platte zu erklettern, gewahrte ich ein Stück ober mir einen alten Haken und jetzt wussten wir, dass die Route über die Platte führe. Zu dumm, warum hatten wir nicht gleich besser geschaut! Die Platte war nicht gar so arg, höher oben war ein weiter Tritt nötig und wir konnten wieder in leichterem Fels nach links klettern, bis wir in furchtbarer Exposition ganz an der Kante standen und nun mit einem Klimm­zug an der Kante aufwärts kletterten. Hacker war sehr enttäuscht und taufte den Katzen­tritt in einen anderen, viel minderwertigeren, allerdings sehr ähnlich klingenden Namen um. Jedenfalls haben wir den »Pas des Autrichiens«, eine Variante des »Pas du Chat« gemacht.

Auch die Wandpartie ganz rechts, beinahe schon unter dem Glacier Carré, wurde schon besucht. Die vierten Ersteiger und ersten Führerlosen, Gebrüder Pilking­ton und F. Gardiner mussten sich am 26. Juni 1879 beim Abstieg wegen Vereisung des Grand Mur über die enorm steile Wand wiederholt abseilen. Ein ergreifender Tief­blick bietet sich von der Kante auf die Brèche und nach Süden; einer der vielen Glanzpunkte der Meije.

Ohne Schwierigkeiten schreiten wir

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