Allalinhorn – Rimpfischhorn – Strahlhorn — Die Ski-Viertausender über Saas Fee – Drei Traumtouren für Könner

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Steigeisen an und ich sitze immer noch bei der Brotzeit.

Ohne Rucksack, nur die Kamera umgehängt, geht es schon viel leichter. Noch vor dem Gipfelaufbau hole ich die Freunde ein, und wir steigen über die letzten Felsen auf unseren dritten Vier­tausender. Die Abfahrt vom Adlerpaß nach Westen ist steil und mit dem schweren Rucksack gar nicht so einfach. Ich wäre am liebsten nach Zermatt hin­unter und nach einem Ruhetag hätte ich gerne neu »angepackt«. Od-Erik aber wollte unbedingt auf der Monte-Rosa-Hütte übernachten. Ich hatte eine Mordswut.

Monte-Rosa-Hütte. Ein Chaos. Der Kampf um den Sitzplatz; das Nachtlager auf der schmalen Bank. Von Schlaf kann keine Rede sein. Am Morgen ist auch Od-Erik bedient. Wir fahren hinunter nach Zermatt. Das Matterhorn, der Su­perberg, hebt seine Spitze ins rosa Licht. Es haut mich um. Augenblicke vergesse ich alle Vorurteile und möchte nur dort oben sein.

Nach dem harten, eisigen und schuttbedeckten Steilabfall des Gorner­gletschers freuen wir uns über die grünen Blumenwiesen, über die heimeligen Heustadel mit ihren Mäuseplatten und darüber, daß wir jetzt nicht unter dem Zwang stehen, wieder einen Gipfel »machen« zu müssen. Wir können zu­frieden sein . . .

Allalinhorn, 4027 Meter: Technisch problemlos
Talort: Saas Fee,  1790 Meter. Stützpunkt:  Berggasthaus Längfluh, 2870 Meter. Von Saas Fee mit Kabinenbahn zu erreichen.
Aufstieg: Von Längfluh in ziemlich genau südlicher Richtung auf das Allalinhorn zu. Bei etwa 3220 Metern wird ein Eisbruch links (östlich) umgangen. Dann in südwestlicher Richtung mit weiten Kehren (große Spalten werden umgangen) ins Feejoch. Der West-(Gipfel)hang des Allalinhorns ist meist verblasen, deshalb Aufstieg ohne Skier oft besser. Über den Hang hinauf, um den Gipfelautbau südlich herum und zuletzt von Osten her über einen schmalen Grat zum Kreuz. Etwa 4 Stunden von Längfluh. Abstieg und Abfahrt: Genauso wie Aufstieg.
Charakter, Schwierigkeit: Technisch problemlos, was natürlich nur bei guter Sicht und festen Schneebrücken über den zahlreichen Gletscherspalten Gültigkeit hat. Weite, ideale Skihänge. Ausdauer notwendig. Das Allalinhorn eignet sich zum Eingehen gut als erste Skitour im Viertausenderbereich.

Rimpfischhorn, 4198 Meter: Der Schwierigste
Talort: Saas Fee, 1790 Meter.
Stützpunkt:  Britanniahütte, 3029 Meter. Von Saas Fee mit Kabinenhahn zum Egginerjoch. Von dort in 1/4 Stunden, an den Felsen des Hinter Allalin vorüber, zur Hütte.
Übergang von Längfluh: Man quert den Feegletscher etwa in Höhe 3020 Meter östlich zur Seilbahn-Bergstation. Etwa 1 1/4 bis 1 1/2 Stunden.
Aufstieg: Südwestlich kurze Abfahrt zum Hohlaubgletscher und südlich auf den Allalingletscher. Um die Südwest- und Südwände des Allalinhorns herum und Aufstieg zum Allalinpaß, 3564 Meter. Im oberen Teil des Mellichgletschers an der Westflanke des Rimpfischhorns entlang und südlich über einen steilen Hang zum Skidepot, Punkt 4009 Meter. Über einen steilen Eishang östlich, zuletzt links querend, zu den Gratfelsen und links vom Grat, teilweise auch über ihn, zuletzt über Schnee und Blockwerk auf den Gipfel. Etwa 5 Stunden.
Abstieg und Abfahrt: Wie Aufstieg.
Charakter, Schwierigkeit: Das Rimpfischhorn gilt als schwierigster Skiviertausender von Saas Fee. Felsgrat stellenweise II.
Strahlhorn, 4190 Meter: Für Erfahrene

Autstieg: Wie beim Anstieg zum Rimpfischhorn auf den Allalingletscher. Über diesen in Südwestrichtung sanft ansteigend empor in die weite Gletschermulde unter dem Allalinpaß und etwas mehr südlich haltend, zuletzt steiler, in den Adlerpaß, 3802 Meter, Skidepot.
Über Nordwestgrat und Nordwestflanke zum Strahlhorngipfel. Etwa 4 1/2 bis 5 Stunden.
Abfahrt vom Adlerpaß: Entweder wie Aufstieg oder westlich steil hinunter auf den flachen Adlergletscher, dann südlich sehr steil zwischen Strahlknubel und Adlerhorn durch auf den Findelngletscher. Gegenanstieg (3/4 Stunden) zum Stockhornpaß, Punkt 3398 Meter, Querung des Gornergletschers südlich, dann südwestlich zur Felsrippe östlich der Gornerseen. Südlich an Sicherungen hinunter zum Monte-Rosa-Gletscher und über das Obere Plattje zur Monte-Rosa-Hütte.
Charakter, Schwierigkeit: Der Strahlhornaufstieg mit anschließendem Übergang zur Monte-Rosa-Hütte ist identisch mit einer der längsten Etappen der »Haute Route«. Hochalpine Erfahrung ist unerläßlich.

Was man braucht und was man wissen sollte
Körperliche Voraussetzungen: Drei Viertausender in drei Tagen fordern eine erstklassige Kondition, die mit gezieltem Ausdauertraining (Laufen, Radfahren) erworben werden sollte. Trotzdem kann einem die Höhe auch hei guter körperlicher Verfassung erheblich zu schaffen machen. Schwere Rucksäcke behindern zusätzlich den Bewegungsablauf. Trainingstouren im Dreitausenderbereich wären von Vorteil. Für das Rimpfischhorn sind zusätzlich etwas Kletterfertigkeit und versiertes Steigeisengehen nützlich. Die Abfahrt vom Adlerpaß zum Findelngletscher fordertsicheres Beherrschen der Skier.
Ausrüstung:  Zusätzlich zur üblichen Skitourenausrüstung sind für jeden Einzelnen unabdingbar: Anseilgurt (Brust- und Sitzgurt oder Komplettgurt), Seilstück (etwa 1 m lang, 11 mm Ø), zwei Schraubkarabiner, zwei Prusikschlingen (5 mm Ø , Länge entsprechend Körpergröße), Verschüttetensuchgerät, Harscheisen, Steigeisen, Eispickel, Biwaksack, Rettungsdecke, Lippen- und Sonnenschutzmittel, Gletscherbrille, Stirnlampe, Daunenjacke.
Jede Seilschaft sollte mindestens mitführen: Seil (11 mm Ø , 40 oder 45 m Länge), Kompaß, Höhenmesser, ein bis zwei lange Rohreisschrauben, Lawinenschaufel, Erste-Hilfe-Set.
Führer und Karten: Skiführer »Haute Route» von Fritz Hartranft und Franz Königer, Führer durch die Walliser Alpen von Franz Königer und Ludwig Weh (beide erschienen im Bergverlag Rudolf Rother, München). Landeskarte der Schweiz, Maßstab 1:5000C. Blatt Zermatt und Umgebung (mit Skirouten).
Beste Jahreszeit: In der Regel Ende März bis Mitte Mai.

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