Allalinhorn – Rimpfischhorn – Strahlhorn — Die Ski-Viertausender über Saas Fee – Drei Traumtouren für Könner

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Allalinhorn, Rimpfischhorn und Strahlhorn: Diese drei Hochgipfel sind Magneten für anspruchsvolle Skibergsteiger. In der Erinnerung bleiben vier ausgefüllte Tage mit all ihren Augenblicken uneingeschränkten Glücks, aber auch mit ihren Mühen und Situationen nicht immer ungetrübter Freude. Horst Höfler stieg den großen Skibergen von Saas Fee aufs Dach.

Unser Ziel, das Allalinhorn, über dem Feegletscher, erstrahlt im ersten Licht

Sie schlafen dort hinten, in » der Steinhütte«. Wir nehmen unsere Siebensachen und schleppen sie in die Richtung, wohin uns das Mädchen weist. Dichter Nebel hängt um die Längfluh. Die Steinhütte sehen wir erst, als wir fast mit den Nasen darauf stoßen. Wie wird’s morgen früh sein?

Halb fünf, Sterne am Himmel. Wir können los. Verschlafen packe ich meinen Rucksack. Franz und Od-Erik stehen schon marschbereit vor der Hütte, ich muß erst noch die Felle auf­kleben. Für mich Langschläfer ist die erste Stunde nach dem Aufstehen fast immer eine Qual. Aber dann geht’s schon irgendwie. Unser Ziel, das Alla­linhorn, strahlt im ersten Licht. Wie eine riesige Schneeglocke steht der Berg über dem sanftgewellten Feegletscher. Es läuft gut heute, besser als während der meisten Tage auf der »Haute Route«, von der ich erst vor zwei Wochen zurückgekehrt war. Rasch erreichen wir das Feejoch, lassen die Skier stehen und gehen mit den Steigeisen auf unseren ersten Viertausender.

Unmittelbar gegenüber steht das Rimpfischhorn, der schwerste unter den großen Skibergen von Saas Fee. Daß er unser nächster Gipfel werden sollte, ahnten wir wohl alle Drei noch nicht. Eine halbe Stunde später machen wir uns zur Abfahrt bereit. Der Schnee ist etwas angeharscht, aber es läßt sich ganz gut schwingen. An günstiger Stelle schnallen wir die Skier noch einmal ab und rasten ausgiebig. Ja, es war ein »schnel­ler» Viertausender! Den Nachmittag verbringen wir mit Lesen und Kartenschreiben. Nach dem Abendessen verziehen wir uns bald in die Lager.

Der nächste Morgen. Als wir losziehen, wissen wir eigentlich nur, daß wir zur Britanniahütte hinüberwechseln wollen. Die erreichen wir nach zwei Stunden. Der Gastraum ist fast leer, nur drei Haute-Route-Geher verzehren ihren letzten Proviant, ehe sie zu ihrem Endpunkt Saas Fee abfahren. Dann hocken nur noch wir Drei herum. Franz fragt den Wirt, ob es heute noch fürs Rimpfischhorn reichen würde. Mit langem Gesicht kommt er zurück. »Die sind alle schon um fünf Uhr weg», sagt er. Jetzt ist es Neun, heller Vormittag!

Wir entschließen uns, auf das verhältnismäßig bescheidene Fluchthorn zu steigen. Nach einer Stunde, wir waren zügig vorangekommen, bleibt Franz stehen. »Und wenn wir doch … ?« In mir leuchtet die Warnlampe auf. Ich versuche, die Entscheidung auf das Strahlhorn zu lenken, wenn’s schon wieder ein »Großer» sein muß. Aber auch Od-Erik ist für das Rimpfischhorn. Zwei zu eins. Mir soll es recht sein. Das wird ein langer Tag!

Am Skidepot, Punkt 4009 Meter, sind wir nicht mehr die Frischesten. Es ist verdammt kalt, das Steigeisenanlegen kostet Überwindung. Nach einem Eis­hang kommen wir zu den Gratfelsen, die uns noch vom Gipfel trennen. Wir seilen uns an. Od-Erik ist das Klettern nicht gewohnt, aber er wurstelt sich tapfer hinauf. Die Gipfelpause fällt heute kurz aus, denn der Rückweg zur Britan­niahütte ist noch weit. Franz sucht eine günstige Abseilstelle,aber ich kann ihn überzeugen, daß das Abklettern gefahr­loser ist, auch wenn’s länger dauert. Ich sichere von oben und so gelangen wir recht gut wieder zum Beginn des Eishanges. Als wir unsere Skier errei­chen, ist später Nachmittag. Die Ab­fahrt wird, besonders im letzten Abschnitt, zum Alptraum. Über beinhart gefrorene Hänge rattern die Skier — und machen mit uns, was sie wollen. Wir haben einfach keinen Dampf mehr.

Aber wir haben mehr Glück als Verstand und kommen ohne Sturz hinunter. Dann schleichen wir über den kurzen, steilen Gegenanstieg zur Hütte hinauf. Eine Stunde später schäumt die Freude über. Wir trinken Roten, und nicht zu wenig. Die Müdigkeit scheint wie wegge­blasen . . .

Brutal reißt uns überlaute Alm­musik, die der Wirt zum Wecken ab­spielen läßt, aus dem Schlaf. Das Strahlhorn steht auf dem Programm. Geht das heute zäh! Es schlaucht mich erbar­mungslos, und ich fluche vor mich hin. Nur mühsam finde ich meinen Rhyth­mus und bin erleichtert, als wir endlich auf dem Adlerpaß stehen. Ausruhen, ausspannen, eine Weile an nichts den­ken. Franz und Od-Erik haben schon die

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