Erste Skiabfahrt vom Gasherbrum II

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Der Traum von Patrice Bournat und Wim Pasquier ging in Erfüllung: die erste Skiabfahrt von einem Achttausender — von ganz oben bis hinunter zu den letzten Schneeflecken. Das war das dritte Mal, daß eine ununterbrochene Abfahrt aus solcher Höhe gelang, aber es war das erste Mal, daß die extremen Skifahrer ihre Latten selbst hinaufgeschleppt haben. François Labande, der zu der Expedition gehörte, berichtet.

Am 6. August 1984, um halb drei in der Früh: Wim Pasquier und Patrice Bournat kleben die Felle auf ihre Skier, rasten die Harscheisen ein, und auf geht’s. Wie schon so oft in ihrem Leben, doch diesmal mit einem kleinen, ent­scheidenden Unterschied: Sie sind auf 7500 Meter, so hoch waren sie nur einmal zuvor. Das war vor ein paar Ta­gen. Sie traversieren die obere Terrasse am Fuß der Gipfelfelsen — die einzige Stelle auf dem Normalweg auf den Gasherbrum II (Südwestsporn-Ostgrat Route), die weniger als 40 Grad steil ist. Auf 7700 Meter schnallen Wim und Patrice die Skier auf den Rucksack, und schon bald darauf erreichen sie den nach China zugewandten Gipfelhang. Was sie befürchtet haben, bestätigt sich: Die Schneeverhältnisse lassen sehr zu wün­schen übrig. Doch zuerst müssen die bei­den Skialpinisten noch ganz hinauf. Um zehn Uhr morgens sind sie oben. Das Gehirn arbeitet ohne Probleme, die At­mung auch. Sie filmen sich gegenseitig. Sind sie wirklich auf 8035 Meter? Sie können es kaum glauben, so fit fühlen sie sich. Sie verlängern ihr Höhenglück bis gegen Mittag. Sie wollen ja auch gar nicht weiter hinabfahren als bis Lager III, da, wo sie am Morgen gestartet sind. Gut 500 Meter hinauf und hinunter — fast so etwas wie eine hübsche kleine Skitour in den Alpen. Und seit einer Woche Wetter wie aus dem Bilderbuch, wolkenlos und warm. Noch nie waren Patrice Bournat und Wim Pasquier hö­her gestanden als auf dem Montblanc (4807 Meter). Und noch vor ein paar Jahren war Patrice nicht mal fähig gewe­sen, mit den Skiern auf dem Rucksack den höchsten Berg Europas zu erreichen. Entkräftet mußte er damals auf dem Gipfelgrat aufgeben und durfte zuschau­en, wie die Freunde die Nordflanke hinunterkurvten. Und nun steht er zu­sammen mit Wim auf dem Gipfel des Gasherbrum II und will als erster Mensch von da mit den Skiern in die Tiefe stechen.

Daß er Skifahren kann, hat er in den Al­pen oft bewiesen. Obwohl erst 25 Jahre alt, hat er schon viele klassische Ski­hochtouren und Steilwandabfahrten kennengelernt, und diese reiche Erfah­rung gleicht eine vielleicht nicht ganz perfekte Fahrtechnik spielend aus. Wenn Wim hingegen runterfährt, sieht es kinderleicht aus. Kunststück, im Win­ter leitet der 35jährige Schweizer und Fa­milienvater eine Skischule. Im Sommer schreinert der oberhalb des Genfer Sees lebende Freiburger Möbel und zimmert Holzchalets. Auch Patrice verdient sein Geld in der Holzbranche, als Tischlerei­zeichner.

Aber sonst sind die beiden nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt. Wim hat was von einem Träumer, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Ganz anders Patrice, der auf der franzö­sischen Seite des Genfer Sees, in Evian, wohnt, aber auf der schweizerischen, in Vevey, arbeitet. Wenn er sich eine Tour vorgenommen hat, dann realisiert er sie auch. Man müsse nur das Notwendige machen, sagt er sich. In diesem Fall sei das ganz einfach: vorwärtsgehen, immer

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