Sommerskifahrt zum Schrammacher

No Comments
 
 

Es war im Sommer 1925, als ich nach einer Olperer Fußstein-Überschreitung zusammen mit einem Kameraden am Unterschrammachkees von einem zünftigen Hochgewitter überrascht wurde, fast an derselben Stelle wie zehn Tage vorher nach einer Olperertour. Als wir gegen Abend die Alpeiner Scharte überschritten, da stürzten über die unheimlichen Plattenschüsse der Schrammacher-Nordwand Kaskaden herab, und die Wand glänzte in der Abendsonne wie ein Panzer aus schwarzem Stahl. Am nächsten Tag regnete es in Strömen, und der geplante Angriff auf den Schrammacher über seinen langen Nordostgrat wurde zu Wasser.

Unbekanntes Skiland lockte mich im darauffolgenden Frühjahr zu dem versteckten Firnbecken des Stampflkeeses, das ich von einer Zollhütte im Zamser Grund erreichte. Wuchtig baut sich von dort der Schrammacher auf. Als Alleingeher mußte ich jedoch einen Versuch seiner Besteigung aufgeben, da der Südgrat noch große Wächten trug und mir auch die Gipfelrinne nicht geheuer erschien. So wandte ich mich dem Firnrücken der Hochwand zu, von dem aus man einen eindrucksvollen Tiefblick in das Tscheischkar und gegen St. Jodok hat. Als ich mich bei der Abfahrt noch einmal nach dem Schrammacher umwandte, da wollte ich bald wiederkommen.

Dies war schon im September 1927, als ich mit Freund Edi vom Pfitscher Joch aus über die eintönigen Moränen zum Stampflkees wanderte. Wir hatten aber damals sehr wenig Auftrieb, denn wir begnügten uns mit dem Besuch der Hochwand und der Sägwand, deren kühner Zackengrat den Beschauer vom Valser Tal fesselt.

Oft grüßte ich dann in späteren Jahren den stolzen Gipfel des Schrammachers, wenn sich seine finsteren Nordabstürze zeigten. Seltener sah ich seine harmlosere Südflanke, aber niemals kam ich in seine unmittelbare Nähe. Ich hatte mir längst einen Skianstieg aus dem Zamser Grund bei nächster Gelegenheit vorgenommen.

Dies sollte erst Ende Juni 1945 in Erfüllung gehen, als aus den Wirrnissen des Zusammenbruches sich ein neues Österreich zu bilden begann. Sobald der Reiseverkehr frei wurde, fuhr ich nach Steinach und wanderte, mit meinen altbewährten Kurzskiern und dem Pickel bepackt, nach St. Jodok. Noch mahnten häßliche Bombentrichter an die vergangenen Kriegsnöte, dann führte mich der Fahrweg an breit hin-gelagerten Höfen talein, während im Hintergrund Olperer, Fußstein und Sägwand das Bild beherrschten. Von einem Bergführer hatte ich erfahren, daß die Geraer Hütte erbrochen worden sei, daß man aber wohl übernachten könnte. So mußte ich eben zur Not mit knappem Proviant mein Auslangen finden.

Als ich bei der letzten Alm rastete, traf ich noch einen Wanderer, das letzte menschliche Wesen in den nächsten zwei Tagen. Die stets wechselnden Ausblicke zwischen den Zirben zu den wilden Abstürzen des Schrammachers und der Sägwand ließen mich die vielen Kehren und den drückenden Rucksack vergessen. Ich hatte viel mehr Schnee erwartet und konnte zu meiner Überraschung die Hütte auf aperem Weg erreichen. Ein Deckenlager war bald hergerichtet, und in der Nebenhütte fanden sich in einem wilden Durcheinander Holz und Kochgeschirr. Gegen Abend bummelte ich noch zum Sattel des „Steinernen Lammes“ hinüber, um mir die Abfahrt durch das Wildlahnertal anzusehen. Nochmals

  • schrammacher normalweg
  • fußstein südflanke
  • skitour schrammacher
  • schrammacher von vals
  • schrammacher südflanke
  • fußstein normalweg topo
  • schrammacher nordostgrat topo
  • schrammacher skitour
  • fußstein südflanke bergtour
  • schrammacher nordwand topo

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

More from our blog

See all posts
 
 
No Comments