Palon Ostwand

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Wandausbrüche, senkrecht; aber wo der Schlüssel ist, um das Tor zum Durchstieg zu öffnen, sehen wir noch nicht. Wir steigen seilfrei, denn das Gelände läßt es zu. Selbst die 6-Uhr-Sonne ist schon warm, aber die Flasche im Rucksack ist noch voll, oben werden wir auch Schmelzwasser finden. Nach hundert Metern wird’s schwierig, sehr schwie­rig sogar. Anseilen. Wir finden mit der ersten Seil­lange, die Reinhold angeht, den Schlüssel. Mein Freund verschwindet um ein Felseck. Ich bitte ihn, einen Haken zu schlagen. Je älter man wird, um so vorsichtiger wird man, vielleicht wird man auch ängstlicher. Oder man denkt an die Frau? 

Ein Seil wird fixiert, am anderen sichert der Partner den zweiten hoch; amerikanische Technik. Eine sehr praktische Sache. Und wenn man viele Jahre fair“ nachgestiegen ist, kann man sich auch einmal an Sei­len hochziehen. Die so gewonnene Zeit werden wir später an einem steinschlaggeschützten Platz ver­geuden.

Durch unsere Wand ziehen zwei auffallende, von rechts nach links hochziehende Bänder, die den besten Durchstieg vermitteln. Auf dem unteren nähert sich jetzt Reinhold einer schwierigen Unter­brechungsstelle. Dieses Stück darf ich machen. Ein Haken und ein Holzkeil werden geschlagen. Sollten wir biwakieren, werden wir sicher Latschen finden, sonst kann man aus Holzkeilen schöne Biwakfeuer machen. (Zahlreiche Holzkeile verhalfen Toni Hie­beler, Ignazio Piussi und Giorgio Redaelli bei der ersten Winterdurchsteigung der Civetta-Solleder­Führe zu köstlich warmen Speisen.) »Reinhold, der Holzkeil bleibt stecken!“ Die Stelle ist schnell ge­schafft. Stand bei der ersten dicken Latsche, andere werden folgen! Hier bietet sich auch die Gelegenheit, über ein Oberhangl und Wandstellen auf das obere, 5 m breite Band zu gelangen. Reinhold hämmert, dann laufen die Seile schneller durch meine Hände. Mir wird auf meinem Stand bewußt, daß wir nicht zu biwakieren brauchen und bald viel Wasser haben werden, und so setze ich die Flasche zu einem langen Zug an. Wäre jetzt Reinhold noch hier, wäre die Flasche mit einem anderen Zug sicher leer geworden. Aber er zieht schon die Seile ein; die Flasche ver­schwindet im Rucksack und ich über dem Oberhang. Das Band, auf dem im Winter meterdick der Schnee liegt, ist mit Gras und Erika bewachsen. Hier muß man besonders vorsichtig gehen, eben weil das Gelände so leicht ist! Ober uns dicke, gelbe, splittrige

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