Unbekannte Cimonega Gruppe

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Meine Zuneigung zu diesem schönen Berggebiet ent­stand schon vor einigen Jahren, als ich nach einem Besuch der Pala-Dolomiten noch rasch in die Pram­perberge wollte und am Passo Cereda, den Blick nach Süden wendend, die mächtigen Türme der Pale del Garofolo in den Himmel wachsen sah. Ein ge­waltiges Bergmassiv stand da, welches sich trotz der gegenüberliegenden Palagruppe stolz behaupten konnte. Ich schwor mir schon damals, diese Berge einmal näher unter die Lupe zu nehmen, und erst recht später, als ich einen gebietskundigen Bergstei­ger schwärmen hörte: „Piccolo, ma bello“ (klein, aber schön), meinte er und fing an, von vertikalen Wandfluchten und tollen Klettereien zu erzählen.

Außerdem interessierte mich die Cimonega-Gruppe deshalb, weil in der deutschsprachigen Bergsteiger­literatur nichts Umfassendes zu finden war.

Aus dem altvertrauten, weltfernen Prampergebirge kommend, fuhr ich die wilde Cordevoleschlucht süd­wärts, bis sich bei Sedico die große Weite des Piave-tales auftat. Eine unwahrscheinliche Hitze brütete jetzt im September über diesen südlichen Dolomitenzügen, und ich überlegte oftmals, ob es nicht besser wäre, direkt ans Meer zu fahren und mich dort ein­mal gründlich zu erholen. Doch plötzlich sah ich — mitten im Grübeln — hoch, nein unwahrschein­lich hoch über dem Piavetal einen phantastischen Berg: den Monte Pizzocco. Dieser wundervolle Felsberg nahm mich ganz gefangen. Kein Auge von ihm wendend — was auf einer frequentierten Land­straße gar gefährlich werden kann —, fuhr ich in Richtung Feltre weiter. Als sich aber dann mit einem Schlage das wilde Canzoi-Tal auftat, in dessen Hin­tergrund einer der gewaltigsten Berge der südlichen Dolomiten, der Sass de Mura, erhaben emporstrebt, da waren die sonnigen Gestade wie auch die gründ­liche Erholung schon lange vergessen. Geradewegs fuhr ich ins Canzoi-Tal hinein. Eine prächtige Na­turstraße leitete mich direkt zum Albergo Alpino, das, als bekannt gutgeführtes Haus, von einer netten Familie bewirtschaftet wird. Der Wirt, ein begei­sterter Bergsteiger, erklärte mir noch abends all die Berge im Umkreis und erwähnte viele Klettereien und Wanderungen, die er selbst unzählige Male hier unternommen hat. Nach dem Abendessen begleitete er mich zum Lago della Stua (Stausee) hinauf. Im rötlichen Abendschein lagen die Cimonega-Dolomi­ten da, sich prachtvoll in den dunkelblauen Fluten des Sees spiegelnd. Der erste Eindruck war gewaltig. Anderntags wurde ich früh geweckt. Alpinisten seien angekommen und wollten zur Feltre-Biwak­schachtel aufsteigen. Obwohl ich zwar auch diesen Plan hatte, konnte ich mich jetzt in stockfinsterer Nacht nicht überwinden, aufzustehen. Außerdem wollte ich im besinnlichen Wandern den eigentlichen Charakter dieser Berge kennenlernen, und hierzu wäre mir jeder Gefährte nur hinderlich gewesen. So schlief ich ruhig weiter, bis es zu dämmern begann. Nun aber war es höchste Zeit. Im Nu hatte ich meine Sachen beisammen und trat vor die Tür. Pracht­volles Wetter — was wollte ich mehr? Bald lag der Stausee hinter mir. In vielen Kehren führt der Weg durch das steile Tal hinauf, das vom Hochkar Cimonega herabkommt. Das muntere, reine Bäch­lein Caorame stürzt da in kleinen Kaskaden herab und bildet viele blaue Tümpel, die an ähnliche Ge­wässer auf Südseeinseln erinnern. Ein paar Weg­meter noch, und ich stand im ersten Strahl der soeben über dem Eterno-Plateau (Piano Eterno) auf­gehenden Sonne. Noch aber steilten sich über mir bewaldete Felsklippen empor. An einer romanti­schen Felsgrotte vorbei, in der sich das Wasser der Caorame in kleinen Teichen sammelt, stieg ich, ab nun immer in der prallen Morgensonne, an, was mir natürlich einige Schweißtropfen kostete. Aber die Mühe lohnte sich. Als ich um einen Bergvorsprung bog, lag das Zauberreich „Cimonega“ vor mir. Ein

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