38 Walliser Gipfel in 18 Tage im Winter

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Eine große Leistung!  Die zwei Schweizer Bergfüh­rer André Georges und Erhard Loretan haben im Winter in 18 Tagen 38 Walliser Gipfel gestürmt, davon 28 Viertau­sender. Ein verrückter Rekord.

Es ist nicht das erste Mal, daß der 33jährige Bergführer André Georges aus dem Eringtal ein dieserart aben­teuerliches Unternehmen wagte. Schon in den vergan­genen beiden Jahren war er mit dem Bergführer Michel Siegenthaler zu einer ähnli­chen Tour gestartet. Doch das erste Mal endete sie bereits nach drei Gipfeln und der zweite Versuch nach elf Klet­terpartien, nachdem Siegenthaler von einer Lawine er­faßt wurde und nur knapp ge­rettet werden konnte. Aber aller guten Dinge sind ja be­kanntlich drei. Und so starte­te André Georges am 14. Fe­bruar dieses Jahres zusam­men mit dem Extrembergstei­ger Erhard Loretan (27) aus Bulle ein drittes Mal zur win­terlichen „Transalpine“ vom Dürrenhorn bis zum Weiss­horn, um in 25 Tagen 37 Walliser Gipfel zu bezwin­gen, ohne zum Tal abzustei­gen. Insgesamt 140 Kilometer auf Graten und Kämmen. Diesmal klappte die Tour, die von einer Schweizer Tages­zeitung, einer Schweizer Fa­brik und dem Ferienort Grä­chen unterstützt wurde. Die beiden Alpinisten schafften in weit kürzerer Zeit sogar einen Gipfel mehr als ge­plant. An einzelnen Tagen haben sie bis zu vier Berge bestiegen. „Wir haben die Gipfel in einer logischen Reihe hintereinander gehängt, aber in den wenigsten Fällen die Normalroute benützt“, berichtet André Georges. Und Erhard Loretan, der be­reits auf den Gipfeln von acht Achttausendern stand, meint: „Von den Schwierigkeiten und der Anstrengung her kann man dieses Unterneh­men mit einer Himalaya-Ex­pedition vergleichen.“38 Walliser Gipfel in 18 Tage im Winter 01

Die beiden Bergführer, die von der Bordierhütte aus ge­startet sind, wollten mit ihrer Marathontour beweisen, daß es möglich ist, lange im Win­ter auf großer Höhe zu blei­ben. „Es war eine fantastische Erfahrung, drei Wochen in der Einsamkeit der winterli­chen Hochalpen zu leben“, schwärmt André Georges. Er und Loretan standen bei dem hochalpinen Abenteuer in ständigem Funkkontakt mit dem Bergführer und Zermat­ter Rettungschef Bruno Jelk, der respektvoll von einer „ganz großen Leistung“ sprach.

Versorgt wurden die beiden an gewissen Punkten vom Hubschrauber aus, denn sie wollten so wenig Gepäck wie möglich mit sich schleppen, ihre Rucksäcke wogen nur zehn Kilo. „Wir wollen so leicht wie möglich sein. Der Schlafsack genügt zum Über­nachten im Freien, und zu­weilen gibt es ja auch Hüt­ten“, meinte Erhard Loretan bei einer Pressekonferenz vor Antritt der Tour.

Unterwegs waren die beiden Bergsteiger dann einem stän­digen Wetterwechselbad aus­gesetzt. „Man muß sagen, nicht viele Alpinisten hätten bei diesem Sauwetter die ,Cresta Santa Caterina’ ange­packt“ [eine der schwierig­sten Routen am Monte Rosa, 38 Walliser Gipfel in 18 Tage im Winter 02Red.], sagt André Georges. Von dort ging es weiter zur Dufourspitze, Zumsteinspitze und Signalkuppe, wo die höchste Hütte Europas, die Margheritahütte, liegt. Am Fuße des Matterhorns waren die beiden Bergsteiger dann wegen schlechten Wetters und Schneefällen einen Tag lang völlig blockiert. Die Ver­zögerung machten sie durch einen Dauermarsch von 20 Stunden wieder wett. „Beim Abstieg in die Rothornhütte, als wir bis zum Bauch in Schnee versanken, begann ich mich doch zu fragen, was ich denn hier mache“, erin­nert sich Erhard Loretan. Auch die Überschreitung des Weisshorns über den Schaligrat und den Nordgrat bei 40 Zentimeter Neuschnee „war lang und gefährlich.“

Als die beiden zu Klängen von Pfeifern und Trommlern am 4. März morgens um halb elf Uhr mit allen Ehren in Zi­nal empfangen wurden, wa­ren alle Strapazen der ver­gangenen 18 Tage vergessen. „Das war der schönste Au­genblick der Tour“, schwär­men die beiden. „Wir wären bereit, wieder anzufangen, diesmal allerdings in der an­deren Richtung.“

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