Was tun bei Wadenkrämpfen?

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Nächtliche Wadenkrämpfe plagen auch Bergsportler! Auf einer Bergtour oder in steiler Felswand können Muskelkrämpfe schlimme Folgen haben. Deshalb wichtig: richtige Erste Hilfe und sinnvolle Vorbeugung!

Wer hat nicht schon einmal diese Angst gehabt, daß bei einer Bergwanderung oder Kletter­fahrt an einer Schlüsselstelle die Muskeln versagen! Nur ein einziger Sprung – und man hätte es geschafft! Nur noch ein einziger Klimmzug – und man wäre außer Lebensge­fahr! Doch man bleibt wie an­gewurzelt auf der Stelle, viel­leicht sogar in Lebensgefahr, denn schlagartig sind be­stimmte Muskeln steinhart geworden! Ein stechender Schmerz durchflutet den Kör­per, die fürchterlichen, krampfartigen Schmerzen lähmen jede Bewegung des befallenen Muskels.

Alle Muskeln können so scheinbar spontan ihren Dienst verweigern. Bergwan­derern am geläufigsten und häufigsten ist ein Waden­krampf. Insbesondere nach langen, kraftraubenden Auf­stiegen sieht man Bergwan­derer und Tourenfahrer, die über Krämpfe in der Ober­schenkelmuskulatur klagen.

Es ist klar, daß ein Waden­krampf bei körperlicher Tätig­keit, also auch beim Bergstei­gen oder Bergwandern, meist Ausdruck fehlenden Trainings ist. Denn die Leistungsfähig­keit der Muskulatur nimmt mit zunehmender Ermüdung ab. „Abfallprodukte‘ aus dem Stoffwechsel häufen sich an. Die Durchblutung ist er­schwert. Mit der mangelnden Sauerstoffversorgung nimmt dann die Krampfneigung der Muskulatur deutlich zu.

Unsere Muskelmasse macht annähernd ein Drittel des Kör­pergewichtes aus, wobei wir etwa 400 verschiedene Mus­keln bewegen. Es ist klar, daß sie nicht immer ohne Störung arbeiten. Besonders dann nicht, wenn sie übermäßig stark beansprucht werden. Natürlich ist die Sportaus­übung im Hochgebirge mit Ei­gentümlichkeiten verbunden, die Muskelkrämpfe begünsti­gen. Durch heftiges Schwitzen und die trockene Gebirgsluft kommt es zu enormen Flüs­sigkeits- und Mineralverlu­sten. Werden Salz und Flüssig­keit nicht ausreichend ersetzt, steigt die Krampfneigung der Muskulatur. Deswegen die dringende Empfehlung: Legen Sie ausreichend oft und lange Pausen ein! Trinken Sie ausreichend viel! Als Durstlö­scher bewährt haben sich Elektrolytgetränke, Fruchtsäf­te oder Tee mit kleinen Salz­beimengungen oder mit auf­gelösten Mineraltabletten.

Treten jedoch bei einem Berg­kameraden Muskelkrämpfe besonders häufig auf, obwohl er gut durchtrainiert ist und auf seinen Touren ausrei­chend Flüssigkeit und Elek­trolyte zu sich nimmt, sollte durch eine ärztliche Untersu­chung unbedingt nach einer möglichen Ursache gefahn­det werden. Zahlreiche Er­krankungen, seien es welche der Wirbelsäule, der Nerven oder Blutgefäße, können sich hinter einer solchen Krampf­neigung verstecken.

Besonders häufig kommt es zu nächtlichen Wadenkrämp­fen. Hiervon sind nicht nur Bergsportler nach einem an­strengenden Tourentag be­troffen, sondern auch Mitmen­schen, die wenig oder gar kei­nen Sport betreiben. Mitten in der Nacht wird man aus tief­stem Schlaf herausgerissen – durch stärkste Schmerzen in der Wade! Die Verkrampfung umfaßt den ganzen Unter­schenkel, zieht sich bis hinab zu den Zehen. An Bewegung ist nicht zu denken – man könnte vor Schmerz schreien! Was tun? Es klingt nicht nur hart, sondern ist es für die Betroffenen auch: Also raus aus dem Bett! Schütteln Sie Ihr Bein aus, gehen Sie hin und her, massieren Sie dazwi­schen leicht (.9 den betroffe­nen Muskel – und nach einiger Zeit läßt der Krampf in der Wade wieder nach.

Wem das schon häufiger pas­siert ist und auch der Arzt nicht etwas Konkretes sagen konnte, der greife zu ,,altbe­währten Hausmitteln. Die Pa­lette der vorbeugenden Maß­nahmen ist groß: Magnesium und spezielle muskelentspan­nende Medikamente haben sich in besonders hartnäcki­gen Fällen bewährt. Manchmal hilft auch nachts eine Knierol­le. Meiden Sie Alkohol, Nikotin und Kaffee, besonders am Abend. Wer es nicht lassen kann oder gar übertreibt, ris­kiert dann eben nächtliche Unannehmlichkeiten. Die gern und häufig beschuldigten Krampfadern sind übrigens meist nicht die Ursache nächtlicher Pein. Wer dage­gen Entwässerungstabletten nimmt, Medikamente gegen hohen Blutdruck oder gar re­gelmäßig Abführmittel, sollte dies als Ursache der nächtli­chen Wadenkrämpfe in Be­tracht ziehen. Vielleicht müs­sen Sie ein Präparat wechseln oder absetzen. Dazu ist eine Beratung mit dem Arzt nötig. Treten die Wadenkrämpfe im­mer wieder nach sportlicher Belastung auf, so können auch orthopädische Erkran­kungen dafür verantwortlich sein, beispielsweise Band­scheibenschäden, Verschleiß in Hüft- oder Kniegelenken oder der vielbelächelte Senk Spreiz-Knick-Fuß. Alle Berg­wanderer sollten sich deswe­gen auch einmal ihre Berg­schuhe von unten ansehen. Ist die Sohle auffallend schief ab­gelaufen, sollten Sie nicht nur den Schuster bemühen, son­dern auch den Orthopäden: Gewußt wie – und Abhilfe ist möglicherweise geschaffen!

Erste Hilfe, wean es auf einer Bergtour zum Muskelkrampf kommt

Das Behandlungsprinzip ist einfach: Der verkrampfte Muskel muß lang­sam, sanft und ohne Gewalt ge­dehnt werden. Das muß ausrei­chend lange geschehen, etwa zwanzig Sekunden. Der Erfolg ist eine sofortige Entspannung des verkrampften Muskels. Folgende Handlungen können sinngemäß auf jeden verkrampften Muskel über­tragen werden:

Bei einem Wadenkrampf legt sich der Betroffene auf den Bauch. Das schmerzende Bein wird so stark abgebeugt, bis das Knie rechtwinklig steht. Der Helfer drückt nun die Fuß­spitze langsam und behutsam nach unten (also in Richtung Schienbein­vorderkante). Zeitdauer: bis dreißig zählen, Dann den Fuß wieder kurze Zeit loslassen. Bestehen Schmer­zen und Beschwerden weiter, muß die Dehnung zwei- bis dreimal wie­derholt werden.

Ist der Krampf dagegen in der vorderen Oberschenkelmuskulatur, so wird bei gleicher Bauchlage der ge­samte Unterschenkel in Richtung Gesäß gedrückt. Anschließend soll­ten beengende Kleidungsstücke entfernt werden. Dann ein sehr wir­kungsvolles Hausmittel: Die betrof­fene Muskulatur wird kurz mit mög­lichst kaltem Wasser „abge­schreckt“. In einer ersten Körperre­aktion verengen sich zwar die Blut­gefäße; hinterher aber (sogenannt reaktiv) erreichen Sie eine bessere Durchblutung – und dadurch Schmerzmilderung.

Erwischt es einen Bergwanderer, der allein unterwegs ist, sollte er den Wadenkrampf am besten im Sitzen behandeln. Dabei müssen die verkrampfte Wadenmuskulatur entspannt gelagert und der Fuß ak­tiv nach oben bewegt bzw. mit den Händen gezogen werden. Es ist selbstverständlich, daß man da­nach eine Pause einlegt.

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