Die Lhotse Südwand 1981

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umgingen wir ihn auf der rechten Seite, wonach ein ausgesetzter Quergang wieder zurück auf den Sporn führte. Eindrucksvoll waren von hier die Abstiege zurück ins Lager I, denn wir hatten ein langes Seil angebracht, das in luftiger Abseilfahrt direkt über den Aufschwung zum Lager zurückführte. Eine ausgeprägte Eisschneide leitete weiter zum Platz für das Lager II, mit Sand gemischtes Eis, steil und schier endlos, eine Himmelsleiter. Der qualvoll anstren­gende Aufstieg machte sie eher zur Hölllenleiter. Das Erstellen von Lager II war harte Arbeit, eine Woche lang mußten wir arbeiten, bis wir im steinharten Sand-Eis-Gemisch drei Stufen für unsere Zelte herausgehackt hatten.

Große Probleme bereitete uns das Wetter; das erwartete Vormonsunwetter stellte sich nicht ein. Von den 63 Tagen, die wir in der Wand waren, schneite es allein vier Tage nicht. Meist begann es bereits um 10 Uhr zu schneien, und mit dem Schneefall gingen auch die ersten Staublawinen ab.

Der Blick in die riesige, von den Schnee­massen fast ganz eingehüllte Eiswand war einmalig und faszinierend, aber grausam für den, der in der Wand klettern mußte. Es dauerte Lhotse Südwand 1981 00einige Zeit, bis man sich an das tägliche Wetter gewöhnt hatte, vor allem unsere Sherpas hatten damit beträchtliche Probleme. Am 17. April stiegen zwei unserer Sherpas nachmittags von Lager Ill hinab durch das tägliche Chaos von Schneestaub und Lawinen, diesmal ohne Begleitung. Vom Basislager aus konnten wir ihrem langsamen Abstieg zuschauen. Vom Schneestaub fast erstickt, kamen sie am Ende der langen Querung nicht mehr weiter. Per Funk konnten wir endlich die in Lager II sitzenden Bergsteiger alarmieren, damit sie die beiden Sherpas aus ihrer kritischen Lage befreiten.

Oberhalb von Lager II bestimmte kombi­niertes Gelände das Bild des Weiterweges, wobei der Fels glattgeschliffen war und kaum Hakenritzen zeigte. Auch das Finden eines geeigneten Platzes für Lager Ill war mit Problemen verbunden; es gab keinen geeigneten Lagerplatz, und das Eis war zu dünn, um eine Höhle herauszuhacken. Endlich wurde eine Schneerippe auf 6850 Metern Höhe gefunden, wo ein Zweimann­zelt und eine Eishöhle für vier Personen das vielleicht bequemste Lager in der ganzen Wand darstellten. Unseren einzi­gen Unfall hatten wir beim Verlegen von Fixseilen in der Nähe von Lager Ill. Beim Versichern im nicht allzu steilen Gelände vergaß Peter Podgornik, seine Hand­schuhe anzuziehen. Nachdem er einige hundert Meter Seile verlegt hatte, waren seine Hände erfroren. Nachdem er in Lager Ill behandelt worden war, konnte er ins Basislager absteigen, doch seine Mitarbeit am Berg war zu Ende. Die Etappe zwischen Lager Ill und IV führte unter dem riesigen Überhang des zweiten Steilauf­schwunges immer nach links hinauf, zuerst über einen großen Firnhang, dann folgte eine lange Querung, die nur eine Lhotse Südwand 1981 01dünne Schneeauflage aufwies. Ab diesem Punkt wäre die Rettung eines Verletzten zum Problem geworden. Auf etwa 7400 Metern Höhe fanden wir einen Vorsprung, auf dem am 22. April Lager IV errichtet wurde, ein Zweimannzelt und ein nicht besonders bequemes Eisloch für vier Personen. Lager IV lag landschaftlich großartig, unmittelbar am linken Rand des riesigen Überhangs, am Auslauf des großen Wandtrichters.

Unmittelbar oberhalb von Lager IV begann eine 200 Meter hohe Felsstufe, die harte Arbeit erforderlich machte. Die Schlüssel­stelle dieser Zone stellte ein langer Kamin dar. Nach jedem Schneefall, ja selbst bei starkem Wind, schossen ständig Schnee­rutsche durch ihn hinab, was die Aufstiegs­möglichkeiten zeitlich stark reduzierte. Um den Abstieg einigermaßen zu sichern, befestigten wir etwas abseits der Route ein langes Seil zum Abseilen. Im oberen Teil des riesigen Wandtrichters hatten wir eigentlich den leichteren Wandteil erwar­tet, doch wir wurden enttäuscht. Die breite Rinne war nur dünn mit Firn bedeckt, der fast immer hinabfließende Schnee schütte­te ständig unser Zelt von Lager V zu, sodaß wir später dieses Lager ausließen und direkt zum Lager VI aufstiegen.

Von hier aus wollten wir direkt über die nächsten Felsstufen den Gipfelgrat erreichen. Optimistisch warteten wir in Lager VI auf eine Schönwetterperiode, leider kam sie nicht. Zwei Gipfelversuche wurden von Lager VI aus gestartet, am 10. und am 14. Mai, beide endeten in anhaltendem Schneefall und im starken Höhensturm. Der zweite Vorstoß endete unter dem letzten Aufschwung unter dem Gipfelgrat, Pavel Podgornik, Andrej Stremfelj und Zaplotnik Nejc mußten wegen des Schlechtwetters bereits um 11 Uhr vormittags umkehren. Ihrer Schätzung nach wären es noch etwa 50 Meter schwierige Kletterei gewesen, dann würde verhältnismäßig leichtes Terrain zum Gip­fel führen.

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