Muskelkrampf – Wenn die Muskeln streiken

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Ein Muskelkrampf während einer Berg­oder Klettertour kann recht unangenehm werden. Lesen Sie, wie Sie vorbeugen können und wie Sie verkrampfte Muskelpartien am Berg schnell wieder entspannen.

Wer kennt sie nicht, die Situa­tion: Ein wunderschöner Berg­wandertag mit Sonnenschein und guter Fernsicht verleitet zu einer ausgedehnten Tages­tour. Man ist bereits seit vielen Stunden ohne Pause unter­wegs und will noch vor der größten Mittagshitze den aus­sichtsreichen Gipfel errei­chen. Der Anstieg ist steil, und leichtes Ziehen in den Waden läßt das Tempo immer lang­samer werden. Plötzlich ein krampfartiger Schmerz, der ein Weitergehen unmöglich macht. Was ist passiert, und was kann man tun?

Die Symptome sind klar. Es handelt sich ganz eindeutig um einen Muskelkrampf. So ein Krampf ist keine Verlet­zung, sondern er entsteht durch einen gestörten Stoff­wechselvorgang im Körper. Wer seine Muskeln gezielt trai­niert, sorgt einerseits für die Vermehrung der Muskelzellen – der Muskel wächst. Und an­dererseits werden die Blutge­fäße ausgebildet, was eine bessere Durchblutung zur Fol­ge hat. Bessere Blutversor­gung bedeutet wiederum bes­sere Versorgung der Muskula­tur mit Sauerstoff und Nähr­stoffen, aber auch rascheren Abtransport der bei Belastung entstandenen Abfallprodukte. Für den arbeitenden Muskel ist eine hindernisfreie Blutzu­fuhr sehr wichtig. Enge Kleidungsstücke können so ein Hindernis sein. Auch Kälte ist ein Hindernis. Sie bewirkt Eng­stellung der Blutgefäße. Der Muskel wird weniger durchblu­tet. Ebenso ist ein verletzter oder erkrankter Muskel nicht funktionsfähig. Der Restmus­kel oder andere Muskelgrup­pen müssen die Arbeit über­nehmen und werden dadurch schneller überlastet. Die Krampfgefahr nimmt zu.

Wie entsteht nun so ein Mus­kelkrampf? Ein Bergsteiger oder -wanderer kommt schnell ins Schwitzen und ver­liert dabei viel Wasser und Salz. Oft wird dieser Flüssig­keitsverlust nicht rechtzeitig und vor allem nicht ausrei­chend ersetzt, es entsteht ein großes Wasserdefizit im Kör­per – manchmal bis zu fünf Liter am Tag. Wassermangel führt zu Muskelschwäche, Schwindel, Verwirrung und Muskelkrämpfen. ähnliche Symptome treten auch bei Salzverlusten auf. Unfälle, be­sonders im Abstieg nach lan­gen Touren, sind häufig die Folge.

Was kann also gegen Muskel­krämpfe vorbeugend unter­nommen werden?

–  Regelmäßiges Training er­hält die Muskelmasse, die für sportliche Leistungen not­wendig ist.

–  Über- oder Fehlbelastung einzelner Muskeln, beispielsweise durch schlechtes Schuhwerk, soll vermieden werden. Schmerzt ein Muskel, sollte eine Ruhepause einge­legt und die betroffene Partie durchmassiert und geschüt­telt werden.

–  Enge Kleidungsstücke sind gerade für sportliche Aktivitä­ten ungeeignet. Tragen Sie keine Strümpfe, die unter dem Knie einengen, und schnüren Sie Ihre Bergschuhe nicht zu fest.

–  Gehen Sie nicht mit verletz­ten Muskeln auf Tour. Werden kranke Muskelpartien zu früh belastet, dauert die Gene­sungszeit letztendlich viel län­ger.

–  Trinken Sie bei einer Tour soviel wie möglich, und glei­chen Sie den Salzverlust aus.

Elektrolytgetränke  haben sich bestens bewährt. Wer lie­ber Saft trinkt, kann beispiels­weise Orangensaft mit einer Prise Salz anreichern. Vom Salz schmeckt man nichts, der Salzverlust wird aber teil­weise ersetzt. Eine kräftige Brühe erfüllt denselben Zweck. Tritt nun trotz best­möglicher Vorbeugemaßnah­men bei einer Bergtour ein Muskelkrampf auf, sollte der Betroffene selbst oder seine Kameraden in der Lage sein, diesen zu behandeln. Als er­stes gilt es, das betroffene Glied so zu lagern, daß der verkrampfte Muskel gedehnt werden kann. Einschnürende Kleidungsstücke sind zu lö­sen oder auszuziehen. Beim Wadenmuskelkrampf hilft fol­gende Entspannungsübung, allerdings brauchen Sie dazu einen Partner: Der Patient legt sich auf den Bauch und beugt das Knie rechtwinklig ab. Der Partner legt die flache Hand auf die Fußspitze und drückt die Zehen vorsichtig nach un­ten in Richtung Schienbein. Die Wadenmuskulatur wird so gedehnt. Der verkrampfte Muskel entspannt sich rasch. Anschließend wird der zu be-

Massieren und schütteln hilft

handelnde Muskel vorsichtig massiert, herzwärts ausgestri­chen und schließlich noch durchgeschüttelt. Diese Be­handlung im Wechsel mit Deh­nungsübungen durchführen. Wer seinen Krampf in einem Berggasthof oder auf der Hüt­te behandelt, sollte zusätzlich noch feuchtwarme Umschlä­ge machen. Das fördert die Durchblutung und bringt rasch Linderung.

Krämpfe an der Rückseite der Oberschenkelmuskulatur be­handelt man in Rückenlage. Das Bein des Betroffenen wird von einem Helfer mit einer Hand an der Ferse gehalten. Die andere Hand drückt auf das Knie des Patienten. Somit ist das Bein vollständig ge­streckt. Es wird nun ganz vor­sichtig in die Hüfte gebeugt und so der Muskel gedehnt. Dann, wie schon bei der Wade beschrieben, abwechselnd massieren und dehnen.

Öfter mal eine Pause einlegen

Besonders beim Bergaufge­hen treten oft Krämpfe am Oberschenkel über dem Knie auf. Gerade diese Muskulatur hat bergauf enorme Arbeit zu leisten. Vor allem, wenn der Rucksack schwer ist. Krämpfe werden gelöst, indem der Be­troffene am Boden sitzend den Unterschenkel mit den Händen umfaßt und vorsichtig das Knie beugt. Der Muskel wird so gedehnt, und der Krampf löst sich. Auch in die­sem Fall sollte wieder mas­siert und geschüttelt werden. Allgemein empfehle ich, auf einer Bergtour bei jeder Pause die Muskulatur an Ober- und Unterschenkel leicht zu mas­sieren und zu lockern. Dabei die Beine einige Minuten hochlagern. Das Laufen geht danach viel leichter. Schwieri­ger wird die Behandlung eines Muskelkrampfes allerdings auf Klettertour. Tritt in der Felswand plötzlich ein Krampf auf, dann suchen Sie sich rasch einen guten Standplatz und sichern sich so, daß „Erste Hilfe‘ möglich ist. Am Abend in der Hütte kann dann die Be­handlung gezielt erfolgen. Denken Sie immer daran, daß gewaltsames Dehnen bei ei­nem Krampf nur noch mehr weh tut. Harte Massagegriffe sind ebenfalls sinnlos. Nur ge­zielte Übungen bringen Linde­rung. Setzen Sie Ihre Wande­rung erst dann fort, wenn sich der Krampf völlig gelöst hat.

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