Marmolada dOmbretta-Südwand – Traumroute Schwalbenschwanz

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Traumroute »Schwalbenschwanz«

Hatte es an der rund fünf Kilometer breiten und zwischen 400 bis 800 Meter hohen  Südwandflucht von Punta Penia (Hauptgipfel, Punta di Rocca und Marmolada d’Ombretta bis zum
Zweiten Weltkrieg ganze neun Routen und eine große Variante gegeben — heute sind es rund dreißig Anstiege, die meisten mit Schwierigkeiten des V. und VI. Grades. Die Tiroler Reinhard Schiestl und Ludwig Rieser eröffneten am 19. November 1978 eine neue Route durch die 800 Meter hohe Südwand der Marmolada d’Ombretta, die sie „Schwalbenschwanz“ tauften; eine der schwierigsten Marmolada-Routen überhaupt — und, nach Meinung der Tiroler, die „schönste“ dazu. Reinhard Schiestl’s Erlebnisbericht liest sich wie die Kurzgeschichte über einen harmlosen Felsspaziergang — die Erstbegehung glückte an einem Sonntag: am Gipfel erwischten die beiden Kletterer um 16 Uhr sogar noch die letzte Seilbahnkabine. Die Italiener Armando Aste und Franco Solina benötigten 1964 für die Erstbegehung der benachbarten „Via dell’Ideale“ fünf Tage

Es war im Spätherbst 1978. In den Nord­wänden lag noch der Schnee vom letz­ten Wettersturz. Unsere Pläne, eine Nordwandroute doch noch begehen zu können, gaben wir auf. Dafür war un­sere „Traumwand“ trocken und schnee­frei. Und da standen noch Wünsche, Probleme und Möglichkeiten offen. Wir mußten nur schnell sein, weil mir am Wochenende nur immer ein Klettertag zur Verfügung steht. Unsere Form hat­ten wir schon in den Sommerferien an verschiedenen Marmolada-Routen über­prüft — gut genug, um ein neues Pro­blem an dieser Wand anzugehen. Zu­gegeben, es liegt etwas abseits der großen, bekannten Routen, aber es schien logisch, möglich und — vor al­lem — es war schon lange mein Traum, in diesem Wandbereich etwas herum­zuschnüffeln. Genauer: der große Wulst rechts des Confortorisses, um von der Terrasse weg direkt zum Gipfel zu ge­langen.

Mitte November standen Ludwig Rieser und ich erstmals unter dem Platten­wulst, der durch einen auffallenden Riß­kamin mit respektablem Abschlußdach geteilt wird. Die allzu frühe Stunde machte allerdings Schwierigkeiten, über­haupt den richtigen Wandteil zu finden. Als wir genug sahen, waren wir maßlos überrascht, daß der Riesenkamin leicht kletterbares Gelände aufwies, das wir auf über 200 Meter seilfrei hinter uns bringen konnten. Luggi rümpfte etwas die Nase über meinen „Supervorschlag“. Ich hatte ihm eine extrem schwierige Tour versprochen. Na ja, bis jetzt war es ein recht nettes Klettern im Ill. bis unteren IV. Grad, wenigstens werden wir mit der Zeit keine Probleme haben. Unter einem gelben Riß seilten wir uns schließlich an und kletterten in drei mit­telschwierigen Längen unter das große Dach, das zu unserer Freude einen Durchschlupf aufwies. Ohne besondere Ereignisse erreichten wir nach einer Stunde die große Terrasse in Wand­mitte. Dort aber verschlug es uns gleich den Atem. Die 400 Meter hohe, nahezu ungegliederte Plattenwand über uns schien aussichtslos. Wir suchten aber dennoch nach einer Ideallinie, die viel­leicht Chancen bot. Und wir hatten noch Zeit, beinahe den ganzen Tag. Luggi ging eine kurze Verschneidung an, die sich nach zwanzig Metern verliert. Dann gab es nur noch ein paar Löcher im Fels und einen kleinen Überhang. Darun­ter ein kleines Gesimse — Stand. Etwas verhalten stieg ich weiter, schlug den ersten Zwischenhaken und gelangte mit einem Linksquergang zu einer Platte mit senkrechten, ausgeprägten Rillen, die zu einem guten Stand am Ende einer flachen Rampe leiteten. Gar nicht einmal so schwierig, dachte ich, aber immerhin.

Bei dieser Art Kletterei kommt man et­was ins Grübeln. Beinahe senkrechte Platten mit Überhängen dazwischen, je­doch auch mit mehr oder weniger gu­ten Löchern versehen, die sich aller­dings erst relativ spät vor dem nach Griffen spähenden Auge auftun. Der nächste Teil barg zum Glück genügend Erosionslöcher — Luggi hielt sich in die­ser Traumlänge nicht sehr lange auf. Aber bald danach lachte uns die Schlüs­selstelle entgegen, diesmal eine Platte ohne Löcher, dann ein kleines Dach … Eigentlich wollte ich den feinen Riß da­neben nageln, aber Luggi’s moralischer Rückhalt ließ mich schließlich doch die Wandstelle versuchen. „Du wirst sehen, da kommen schon Griffe“, sagte er. Heimlich fluchte ich und dachte: „Wenn ich unter dem Dach nicht rasten kann, bist du schuld“. Gott sei Dank paßte gerade hier ein guter Clog. Zur Sicher­heit schlug ich gleich einen Haken dazu und querte äußerst luftig nach links in eine Nische. Luggi war depremierend schnell heroben, schnaufte aber auch nicht schlecht, als er bei mir anlangte. Während er rastete, ärgerte mich schon das nächste Hindernis. So ein dummer Bauch, er

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