Rastkogel Skitour – Tuxer Voralpen

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Die Tuxer Voralpen sind zwar den höheren Zillertaler Alpen, dem Tuxer Hauptkamm, vorgelagert, man kann sie jedoch kaum als Vorge­birge im eigentlichen Sinn bezeichnen. Immerhin erreichen Sie mit dem Lizumer Reckner 2884 Meter Höhe, und neben ihm gibt es noch vier weitere Gipfel über zweitausendachthundert. Von Norden, vom Inntal her, führen drei nahezu parallel verlaufende Täler ins Herz dieser Berge. Ihre Namen lassen jedes Skitourenfahrerherz höher schlagen: Volder-, Watten- und Weertal. Rund um diese Taleinschnitte gibt es eine Fülle von Skitouren — sowohl Hochwinter-, als auch Spätfrühjahrsun­temehmen — für jedes Können. Die Anstiege führen zuerst durch Zirben­wälder hinauf und oberhalb der Baum­grenze locken weitläufige, weiße Flan­ken. Largotz, Wattenspitze, Roßkopf, Hanneburger und Malgrübler heißen die Trümpfe des Volder- und Wattentales, und wer kennt nicht die Wattener Lizum? Sonnen- und Geierspitze, Plu­derling, Kalkwand, Torwand, Graue Wand, Torspitze und Hippold rahmen sie ein. Die langen Abfahrten reichen zum Teil bis über die Lizumer Hütte hin­aus, in den Talboden hinab. Und der Hirzer — welchem Innsbrucker und Münchner Skibergsteiger wäre er kein Begriff?

Zu meinen Lieblingsskitourenge­bieten gehört das Weertal und die Berge um die Nafinghütte. Freilich brachte es auch hier der enorme Auf­schwung des Skibergsteigens mit sich, daß selbst ein »Geheimtip« wie der Wildofen heute meist einer Piste gleicht. Trotzdem gibt es hier noch viel lohnendes: ausgedehnte Hänge jeder Steilheit, und von fast jedem Gipfel eine Abfahrt bis vor die Tür der Nafing­hütte. Sie ist auch Ausgangspunkt für die »Rastkogelrunde«, wenngleich der Rastkogel selbst eigentlich nicht mehr ganz den Weertalbergen zugerechnet werden kann. Dieser Hauptgipfel der öst­lichen Tuxer Voralpen wird dement­sprechend auch meist vom Zillertal aus bestiegen. Der Wintersportort Hochfügen ist hierfür Ausgangspunkt. Über das Sidanjoch, 2127 Meter, wird in zwei Stunden die auch über die Winter­monate hinweg bewirtschaftete Rast­kogelhütte, 2124 Meter, erreicht.

Statt Tee gab’s Sekt auf dem Rastkogel

Seit ein paar Jahren gehen wir aber jeden Februar zur Nafinghütte hinauf, um die »Rastkogelrunde« als Geburts­tagstour zu machen. Diesmal war es Horst’s Vierzigster, der gebührend ge­feiert werden sollte. Heute noch muß ich beim Gedanken an die verdutzten Gesichter der anderen Skibergsteiger lachen, die es nur schwer glauben konnten, daß wir anstatt Tee-, Sekt­flaschen aus den Rucksäcken holten. Wir ließen die Korken knallen: »Prost, auf Horst’s Gesundheit, und auf die schöne Tour«.

Das war sie tatsächlich. Ein wol­kenloser Tag, ein paar zusätzliche Gipfel und dazu stäubender Pulverschnee sorg­ten für ein herrliches Geburtstagsge­schenk. Nach der Abfahrt vom Nafing­köpfl kehrten wir erst einmal in der ausgezeichnet bewirtschafteten und urgemütlichen Nafinghütte ein und ließen es uns gutgehen. Es war schon spät, als wir hinunterfuhren nach Innerst zu unserem Wagen. »Bis nächstes Jahr im Feber … «

Kurzinformation zur Tour

Talorte: Schwaz, 545 Meter, und Wattens, 564 Meter, im Inntal.

Ausgangspunkt: Wirtshaus »Innerst«, 1283 Meter. Anfahrt mit Kfz. von Pill (zu erreichen von den Ausfahrten Wattens oder Schwaz der Inntal-Autobahn auf der Bundesstraße) über Weerberg und durch das Weertal. Eventuell Parkplatzprobleme an schö­nen Wochenenden.

Stützpunkt: Nafinghütte (Weidener Hütte), 1856 Meter. Von Innerst dem westlichen Talast auf einem Ziehweg folgen. Erst kurz vor der Hütte tritt man aus dem Wald heraus und ist überrascht von der Pracht der Nafinger Berge. 1 1/2 bis 2 Stunden von Innerst.

Die »Rastkogelrunde«: Von der Hüt­te talein und an den Hinteren Nafingalmen vorbei. Nun quert man, langsam an Höhe gewinnend, die weiten Hänge, erreicht durch ein paar Mulden den südlichen Grat-rücken der Halselspitze und folgt diesem bis zum Gipfel, 2574 Meter. Etwa 2 Stunden. Von hier drei Möglichkeiten:

  • Abfahrt über steile Nordosthänge ins Nurpenstal, Aufstieg zum Nur­pensjoch, 2525 Meter, und auf der Südseite zum Gipfel des Rastkogels, 2762 Meter. 11/2 Stunden.
  • Abfahrt nach Süden in eine große Mulde, Querung unter dem Grat und ebenfalls von Süden zum Rastkogel. 1 Stunde.
  • Kurze Abfahrt nach Osten und über dem gesamten Westgrat auf den Rastkogel (landschaftlich prächtig, Ski müssen teilweise getragen wer­den). Ebenfalls 1 Stunde.

Der Rastkogelgipfel ist als Aus­sichtswarte berühmt. Gegen Norden öffnet sich der Blick auf Karwendel und Rofan, im Süden und Südosten beherrschen die Zillertaler Alpen den Blick.

Vom Rastkogel Abfahrt über den steilen Gipfelhang nach Süden. Dann in Höhe des Nurpensjochs Querung nach Osten und über Nord­hänge (Steilheit nach Wahl) gegen die Haglhütte. Je nach Schneever­hältnissen, Tageszeit und Kondition kann man dabei entweder tiefer ins Nurpenstal abfahren, oder bereits weiter heroben den Aufstieg zum Nafingköpfl, 2454 Meter, beginnen. — Vom Talgrund zieht die Aufstiegs­spur durch Mulden zum breiten Rücken, der vom Gipfel herunterführt. Über ihn in dreiviertel bis einer Stunde auf das Nafingköpfl. Es steht unmittelbar über der Nafing­hütte. Über weite, freie Hänge, zu­letzt durch Zirbenwald, schwingt man zu ihr hinunter. Von hier könnte man dann auch noch das Hobarjoch, 2523 Meter, besteigen.

Karte: Freytag & Berndt-Wanderkarte Nr. 151 (Zillertal, Tuxer Voralpen, Jenbach-Schwaz), Maßstab 1:50000.

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