Das Eis im Kilimandscharo

No Comments
 
 

Der Kibo wurde inzwischen von allen Seiten bestiegen. Der vielleicht schwierigste Anstieg führt von Westen über die 1200 m hohe Breach Wall, die 1978 von Reinhold Messner und Konrad Renzler erstbegangen wurde, nach­dem die Amerikaner Barber und Taylor nach einem Sturz gescheitert waren. Rein­hold bezeichnete diese Tour als seine gefähr­lichste.

Ganz im Gegensatz dazu steht die Marangu-Route, die von 99 % aller Besteiger gewählt wird. Es ist eine großartige Wanderung durch unterschied­liche Klima- und Vegetationszonen, die keinerlei alpinistische Kenntnis erfordert, jedoch im letzten Teil, bedingt durch die Höhe, große Anforderungen an die körper­liche Verfassung stellt. Deshalb ist dringend anzuraten, sich vorher durch Eingehtouren in Höhen von über 4000 Metern an die Höhe zu gewöhnen. Das könnte zum Beispiel durch eine Besteigung des Mt. Meru (4565 m) oder des Mt. Kenya (5199 m) geschehen.

Marangu ist der Ausgangspunkt für die Besteigung. Die Häuser der Ortschaft liegen weit verstreut zwischen üppigen Bananenplantagen auf den unteren Hängen des Berges. Dort, wo die letzten Häuser stehen und der Bergurwald beginnt, ist das Tor zum Kilimandscharo ein Nationalpark. Im Juni I 977 wurde der Park vom Präsiden­ten Nyerere offiziell geöffnet. Man muß hier Eintritt zahlen, verschiedene Formalitäten erledigen, kann noch Lebensmittel kaufen oder irgendwelche Ausrüstungsgegenstände ausleihen. Schon nach kurzer Zeit führt ein schmaler Pfad in den Urwald, den breiteren Fahrweg läßt man rechts liegen, kann aber auch diesen gehen. Hin und wieder werden kleine Wasserläufe gequert; der Aufmerk­same entdeckt Orchideen und seltene Tropenpflanzen. Nach gemütlichen drei bis vier Stunden sind die Mandorahütten auf einer 2700 m hoch gelegenen Urwaldlich­tung erreicht. Die alte Bismarck-Hütte steht zwar noch, wird aber nur bei großem Andrang benutzt. Die neuen gemütlichen Holzhütten wurden ebenso wie die Horom­bo-Hütten oder die steinerne Kibo-Hütte, mit norwegischer Entwicklungshilfe erstellt.

Am folgenden Tag geht es noch ein Stück weiter durch den Urwald, der hier bereits lichter wird. Nach einer knappen Stunde steht man dann plötzlich ganz unvermittelt in der Hochsavanne, der Heidekrautzone. Zur Rechten steht der Mawenzi, und noch recht weit entfernt der Kibo. Vier bis fünf Stunden bei langsamer Gangart, und die ist am ersten und zweiten Tag ganz besonders ratsam, werden bis zu den Horombo-Hütten veranschlagt. Rund 60 bis 100 Menschen finden Platz, denn hier wird zweimal übernachtet, beim Auf-und beim Abstieg. Wer für seine Höhenan­passung nichts getan hat, spürt hier unter Umständen die ersten Anzeichen für Höhenkrankheit, in Form von Kopfweh, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Wenn diese Anzeichen am kommenden Morgen nicht verschwunden sind, ist von einem weiteren Aufstieg abzuraten.

Wieder runde tausend Höhenmeter sind am dritten Tag zur 4750 m hoch­gelegenen Kibo-Hütte zu überwinden.

Der Weg führt heute in eine ganz besonders eindrucksvolle Landschaft. Es ist der weite, wüstenhafte Sattel zwischen Kibo und Mawenzi, der einer Mondlandschaft gleicht. Die neue Hütte, im Gegensatz zur alten Wellblechunterkunft, ist schon fast als gemütlich zu bezeichnen. Wasser gibt es hier nicht mehr; das muß von der letzten Wasserstelle, eine Stunde oberhalb Horom­bo, mitgetragen werden. Der anstrengendste Tag steht bevor. Ganz früh, ein bis zwei Stunden nach Mitternacht, wird losgegan­gen. Das ist gut so, denn es wird ein langer Tag bis man in den Horombo-Hütten in die Federn fällt. Auch geht es sich leichter, wenn der Blick nicht weiter reicht als der Lichtkegel der Taschenlampe. Nach vier, fünf, sechs und mehr Stunden ist der Kra­terrand erreicht. Gillman’s Point ist für die meisten der Gipfel. Übelkeit, Kopfweh und Erschöpfung hindern am Weiterweg. Höch­stens zehn Prozent von denen, die den Gill-man’s Point erreichen, gehen noch die ein bis zwei Stunden über den aussichtsreichen Kraterrand zum höchsten Punkt, dem Uhuru Peak. Der Kilimandscharo kann zu allen Jahreszeiten bestiegen werden, günstig sind jedoch die Trockenzeiten von Dezem­ber bis Februar und Juli/August.

  • kilimandscharo
  • новости челябинск мир 74

  • Kilimandscharo
  • Kilimanscharobesteigingen 2012
  • Fundusfeiler schneebedeckt
  • afrika schnee
  • kilimandscharo

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

More from our blog

See all posts
 
 
No Comments