Das Eis im Kilimandscharo

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AIs im Jahre 1848 der Missionar Johann Rebmann aus Württem­berg von Schnee in Afrika be­richtete, lachte man ihn aus, und kein Mensch in Europa glaubte ihm. Den wenigen anderen, die ähnlich Rebmann von einem hohen schneebedeckten Berg erzählten, schenkte man auch keinen Glauben, denn in das allgemein be­kannte Bild vom schwarzen, heißen Afrika paßte kein Schnee. Jahre später war es wieder ein Missionar, der 1871 den unwirklichen Berg nicht nur sah, sondern ihn auch zu besteigen versuch­te. Bei seinem ersten Versuch gelangte der Engländer Charles New bis dicht an die Gletscher heran.

Zwei Jahre später wiederholte er sein Vorhaben, wurde aber dabei von Einheimischen ermordet. Sie wollten nicht zulassen, daß ein Fremder den heiligen Ort der Geister ihrer Ahnen entweiht. Sie fürchteten durch diese Tat Unheil und Verderben für sich und ihr Volk. In den achtziger Jahren gab es noch einige erfolglose Versuche der Engländer Thompson und Johnston, des ungarischen Grafen Teleki und des Geo­graphen Hans Meyer aus Leipzig. Der Afrikaforscher Meyer gab aber auch nach seinem dritten Scheitern nicht auf. Für einen weiteren Versuch enga­gierte er den Österreicher Ludwig Purt­scheller. Dieser zählte zu damaliger Zeit zu den besten und erfahrensten Berg­steigern.

Im Juli 1889 ging es per Schiff nach Sansibar und Mombasa. Die Seereise dauerte drei Wochen und der Anmarsch zum Berg mit 65 Trägern nahm nochma dieselbe Zeit in Anspruch. Der eigent­liche Aufstieg begann am 28. Septembe mit Hilfe von 25 Trägern. Am 3. Oktober erreichten Meyer und Purt­scheller nach mühevollem Aufstieg Libei Lavaschutt und hartes Eis den Krater­rand.

Somit war das eigentliche Ziel der Expedition erreicht. Für ein Weiterge­hen zum höchsten Punkt war es zu spät. Sie kehrten um und stiegen ab. Drei Tage später, am 6. Oktober, stiegen die beiden nochmal auf, gelangten schon am Morgen an die bekannte Umkehr­stelle am Kraterrand, verfolgten diesen weiter in mehrfachem Auf und Ab bis zum eigentlichen Gipfel. Kurz nach 10 Uhr standen Meyer und Purtscheller auf dem höchsten Punkt Afrikas. Genau an diesem Tag feierte Purtscheller seinen 40. Geburtstag.

Bizarre Gletscher am »Haus der Götter«

Bis zum Ende des Zweiten Welt­krieges wurden weniger als 20 Bestei­gungen bekannt. Die erste Frau auf der Kaiser-Wilhelm-Spitze (der damalige Name des Uhuru Peak) war sehr wahr­scheinlich die sechzehnjährige Ruth Lany aus Machangala am Fuße des Kili­mandscharo.

Der Kilimandscharo, nur 200 km südlich des Äquators, ist einer der gewal­tigsten Vulkanberge unserer Erde. Mit knapp 6000 Metern erhebt sich das drei­gipfelige Massiv über der weiten Savan­nenlandschaft Ostafrikas. Die drei Gipfel des Kibo, Mawenzi und des Shira geben dem Kili die Form eines riesigen Ovals, das an seiner Basis rund 80×50 km mißt. Der letztere der drei Gipfel ist ziemlich unbedeutend; seine Höhe mißt nur 3944 Meter. Der 5149 Meter hohe Mawenzi, vom Kibo durch den weiten Sattel getrennt, ist ein steiler, zerklüfte­ter Berg aus meist losem, brüchigem Gestein, der von seiner Form her eher an Dolomiten-Berge erinnert. Der Kibo selbst ist der große Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt. Über seine genaue Höhe gingen über viele Jahre hinweg die Meinungen auseinander. In den Schulatlanten der fünfziger Jahre, und sogar 20 Jahre später in alpinen Zeitschriften, las man die Zahl 6010 Me­ter. Heute ist allgemein die Zahl 5895 Meter gültig.

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