Devils Tower – Teufelsturm

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Dieser seltsame Berg ist ein Vulkan mit Geburtsfehler

Im tiefen Westen der USA, hoch oben im nordöstlichen Eck des Cowboystaates Wyoming, bricht plötzlich aus den schier ewig dahinrol­lenden Grasebenen eine Felsmasse in die Höhe — von der Gestalt eines Pilzes ohne Kappe.

Es ist der Devil’s Tower, oder Teufelsturm. Etwa fünzig Kilometer sind es auf einer Landstraße zur nächsten größeren Ortschaft an der Freeway (der amerikanischen Autobahn). Man muß schon auf diesen 400 Meter hohen Felszylinder erpicht sein, um nicht den Weg in diese verschlafene Gegend zu scheuen. Am Rande des Belle Fourche (einem Fluß, der sich hier auf 1200 Metem Höhe dahinschlängelt) ragt er auf: Sein Sockel hat einen Durchmessser von 300 Metem, und am Gipfel hat sich der Berg auf 80 Meter verengt. Ein Gipfel, der sich im übrigen wie eine Graskuppe der Bayerischen Voralpen präsentiert, und der nicht ahnen läßt, daß der Fels an seinem Rand 280 Meter senkrecht abbricht — und daß der leich­teste Weg nach oben mit IV+ (einige Stellen V) bewertet wird.

Dabei sind es nicht die Ausmaße, die diesen Berg so faszinierend machen, sondern neben seiner Gestalt auch seine Einzigartigkeit inmitten der Plains. Den weißen Siedlern und Pelztierjägern dien­te er schon früh als Orientierungspunkt auf dem Weg zur kalifornischen Küste, zu den tierreichen Bighorn Mountains und den Goldfeldern von Montana. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhun­derts wird der Devil’s Tower zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Um 1814 siedelten sich die ersten kleinen Rancher in seiner Umgebung an — und wurden nach der »Befriedung« (das heißt, nach der Vertreibung und teil­weisen Ausrottung der Indianer) bald durch Viehbarone verdrängt. Als im folgenden Jahrzehnt die Eisenbahn in Sichtweite vorbeigeführt wurde, dauerte es nicht mehr lange, bis der Devil’s Tower zur touristischen Attraktion wurde.

Je mehr Leute dieser Fels als Aus­flugsziel anzog, umso mehr drängte sich die Tatsache in den Vordergrund, daß noch niemand auf sein Dach gestiegen war. Vielleicht gäbe es haufen­weise Adlerfedem dort oben? Oder gar einen verborgenen Indianerschatz? Schließlich ging es aber auch darum, das Stückchen Land dort oben nun endlich offiziell zum Territorium der Vereinigten Staaten zu machen — der Devil’s Tower mußte für das Vaterland in Besitz genommen werden.

William Rogers und Willard Ripley, zwei ortsansässige Rancher, wollten diese patriotische Aufgabe erfüllen. Sie fertigten Holznägel von 70 bis 90 Zentimetern Länge, fanden auf der Südostseite des Turms einen durchge­henden Spalt zwischen zwei Säulen und trieben die Holznägel dort hinein. Die offenen Enden verbanden sie mit Holz­latten.

Ein Volksfest wurde angekündigt. Und die Leute kamen — selbst aus dem 200 Kilometer entfernten Rapid City, der Hauptstadt des US-Bundesstaates South Dakota.

Am 4. Juli 1893 erstiegen Rogers und Ripley dann auf ihrer Leiter den Teufelsturm und pflanzten — unter dem Jubel einer tausendköpfigen Menge — am Gipfel das Sternenbanner auf. Als der Wind am Nachmittag die Fahne losriß und hinunter wehte, da wurde der Erfolg der beiden Rancher erst vollständig: In kleinen Stücken wurde die amerikani­sche Fahne als Souvenir verkauft — die Sterne waren dabei doppelt so teuer wie die Streifen.

Zwei Dutzend Menschen sollen später über diese Leiter den Gipfel erreicht haben, bis sie 1927 unbrauch­bar geworden war. Das Ereignis der Erstbesteigung aber schlug größere Wel­len: Andenkenläden und Restaurations­betriebe schossen aus dem Boden, fliegende Händler bevölkerten diese einstmals friedliche Gegend. Boden­spekulation begann. Doch 1906 wurde das Gebiet um den Devil’s Tower zum Naturdenkmal (»National Monument«) erklärt und der kommerziellen Nutzung entzogen.

So ist dort wieder Ruhe eingekehrt, jedenfalls außerhalb der Hochsaison im Hochsommer. Es gibt dort ein Besucher­zentrum, einen Campingplatz und die Häuser der Park Ranger, die das Gebiet betreuen und den Besuchern erklären.

Nicht umsonst hat der amerikani­sche Filmemacher Steven Spielberg die »Begegnung der dritten Art« mit den Außerirdischen in seinem gleichnami­gen Film am Devil’s Tower in Wyoming stattfinden lassen. Wie eigens für einen Science-Fiction-Film entworfen steht es da, das phantastische Felsenkunstwerk.

Nicht erst der Film, sondern ein Schwarzweiß-Bild in irgendeinem alten Bergbuch faszinierte mich schon als kleiner Junge: Da war dieser

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