Die Schüsselkarspitze Südwand – Wettersteingebirge

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hinab. Bis ins Jahr 1934 mußte die Südostwand auf ihre erste Durchsteigung warten, dann waren die Münchner Rudolf Peters und Rudi Haringer erfolgreich. Zwei Tage harter Arbeit im Fels waren notwendig, dazu eine ganze Menge Felshaken, um die glatten Platten und überhängenden Risse zu über­winden.

In einem Erlebnisbericht in der «Österreichischen Alpenzeitung«, Jahrgang 1936, schrieb Rudolf Peters: »Ein feiner Riß zieht durch das waagrechte Dach. Hier mußten Seilzughaken in größerer Zahl ver­ankert werden, eine Aufgabe, die uns stundenlang köstlich unterhielt.

Das Spiel konnte beginnen. Bald hing ich am äußersten Haken. Ich registrierte das Gefühl einer Stuben­fliege, die an einer Zimmerdecke spazierengeht. Ein weiterer Fels­haken erst brachte mich wieder in kletterbares Gelände. Das ist Fels­akrobatik! Im Grunde kannte man diese Stellen unersteiglich nennen!

Und er verglich die Kletterstel­len in der »Südost« mit jenen »in der Nordwand der Großen Zinne, denn beide haben das eine gemein­sam, daß man nicht mehr gut von `Klettern‘ sprechen kann. Die mei­sten Haken saßen nur einen halben Zentimeter tief und mußten ganz ungewöhnlich zart behandelt wer­den«. Ein Wettersturz zwang Peters und Haringer zu einem ungemüt­lichen, nassen Biwak im oberen Wandviertel. Am 26. Juni konnten sie endlich, bei übelsten Wetterver­hältnissen, auf den Grat aussteigen.

Die schwerste Kletterei des Wettersteingebirges war nun die »Südost«. Und sie lockte natürlich auch im Winter: Vom 27. bis 29. Februar 1936 kämpften sich Adolf Göttner und Rudolf Peters durch die vereisten Risse zum Gipfelgrat der Schüsselkarspitze.

Im Jahr 1938, kurz vor Aus­bruch des Zweiten Weltkrieges, beging der junge Partenkirchner Michael Schober zusammen mit Ludwig Kleisl eine neue Führe ganz rechts durch die Ostwand — eine weitere, äußerst schwierige Klette­rei, über die Schober, einer der ganz großen Kletterer seiner Zeit, in sei­ner bescheidenen Art, nur eine kurze Routenbeschreibung veröf­fentlichte. Zwei Jahre später starb er, gerade 22jährig, in einem sinn­losen Krieg in Frankreich.

Die wichtigsten Anstiege wa­ren erschlossen, doch es gab immer noch Neuland, sowohl zwischen der »Direkten« und der »Südost«, wie auch zwischen der »Südost« und der Ostwand.

Im Jahr 1958 kletterten Gernot Wersin und Friedl Purtscheller vom Kopf des Herzogpfeilers durch gelb­brüchige Hakenrisse gerade empor zu einer markanten Plattenrampe, die nach rechts, zum Ausstieg der »Südost« leitet. Zwei hakentechni­sche Seillängen, dazu neun Bohrha­ken und einige herrliche Freikletter­ seillängen waren das Resümee des »Verbindungsweges« zwischen Süd-und Südostwand.

1973 dann legten Pit Schubert und Klaus Werner die »Ostsüdost« zwischen Südostwand und Ostwand. Die zumeist hakentechnische Klet­terei an oft schlechtem Material und die Schwierigkeitsangabe »VI/A2« machten diese Führe zu einem an­spruchsvollen Unternehmen, das seine Wiederholer fand. Einige Jah­re später glückte dem Garmischer Günther Härter die erste Alleinbe­gehung nach einem glimpflich über­standenen 20-Meter-Sturz.

1977 wurde das Jahr der ersten Freiklettererfolge der neuen Sport­klettergeneration, die das sportlich orientierte Freiklettern aus den Klettergärten in die Alpenwände zu übertragen versuchte. Am 16. Juni gelang Thomas Nöltner und mir die erste »Rotpunkt« — Begehung der Südostwand, im gleichen Jahr stieg Helmut Kiene, Erstbegeher der bekannten »Pumprisse« im Wilden Kaiser, frei durch die »Direkte«, und im Jahr darauf war Norbert Sandner aus Nürnberg freikletternd an der Ostwand erfolgreich.

Doch die Sportkletterer such­ten nicht allein hakentechnische Routen, um sie frei zu durchsteigen, sie suchten auch Neuland in den höchsten Schwierigkeitsgraden. Die erste Neutour, die mit dem VII. Schwierigkeitsgrad zu bewerten war, gelang den Österreichern Reinhard Schiestl und Luggi Rieser im linken Teil der Südwand. Knapp links der Südverschneidung kletterten sie frei durch die »Morgenlandfahrt« hinauf zum Westgrat.

Das augenfälligste Neuland je­doch lag noch zwischen der »Direk­ten« und der »Südost«. Es gab viele Bewerber um dieses Problem, doch alle scheiterten bereits in den ersten Seillängen.

Josef »Sunny« Heinl und Al­bert Gilgenrainer schließlich be­zwangen am 10. August 1980 die kompakten Erosionsplatten. Bis auf vier Haken in der achten Seillänge konnten sie alles frei klettern. Ihren neuen Anstieg sicherten sie mit einigen

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