Eine Besteigung des Fundusfeilers im Geigenkamm – Skitour

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Zuerst muß man einmal jedermann vor einer Ski­tour zum Fundusfeiler warnen. Dieser Dreitausen­der im nördlichen Geigenkamm, der im Kreis namhafter Ötztaler Gipfel nicht die geringste Rolle spielt, wird im Winter nur selten erstiegen, während er im Sommer immerhin als Aussichtsberg einiges Ansehen genießt. Um als Skitour mit den bekannten und nahe liegenden berühmten Skirouten konkur­rieren zu können, fehlen eben die wesentlichsten Voraussetzungen. Das beginnt schon beim Anstieg vom Wirtshaus Wiese im Pitztal. Die steilen Hänge zum Egghof, einigen verstreut liegenden Bauern­gehöften, haben möglicherweise auch im tiefsten Winter nicht so viel Schnee, wie man im hoch­gelegenen Pitztal erwarten würde. Hat man nun die ersten Atembeklemmungen und auch die letz­ten Häuser von Egghof hinter sich, schaut die Sache schon manierlicher aus. Man steuert den breit angelegten Sommerweg an, der selbst dann noch gut zu erkennen ist, wenn er mit einer üppigen Schneeauflage versehen ist. Das Spuren allerdings wird kaum zu vermeiden sein.

Am Ende des Weges, bei annehmbaren Schneever­hältnissen nach etwa 2 ½ -3 Stunden, steht man vor der verschlossenen Lehnerjochhütte, die im Winter nicht bewirtschaftet ist. Als Unterkunft dient der sehr einfach eingerichtete Winterraum (mit AV-Schlüssel zugänglich). Auf den zwei Matratzen übereinander finden höchstens vier Personen eine schmale Liegestätte. Dem Ofen sind nur mit Ge­schick und Ausdauer einige Flammen zu entlocken. Dafür ist die Rauchentwicklung überdurchschnitt­lich. Nur durch geschickte Bearbeitung des Ofen­rohres kann diese Gefahr eingedämmt werden. Ein Topf heißer Suppe und eine Kanne Tee entschädigen dann reichlich für die kleinen Widerwärtigkeiten. Hat man noch das eigene Besteck und gar einen Schlafsack dabei, ist der Komfort kaum zu über­treffen.

Anderntags steht einem dann ein Aufstieg mit 1000 m Höhenunterschied bevor, nicht außer­gewöhnlich aufregend, läßt man außer acht, daß man einmal ganz allein seine Spur ziehen kann. In steilen Kehren zuerst, in weiten Bögen anschließend lenkt man die Bretter zum 2 512 m hohen Zehner­joch. Man hält sich am besten zur tiefsten Einsen­kung, da man auf der Ostseite des Joches ein kurzes Stück abfahren muß, bevor der zweite Teil des Aufstieges angegangen werden kann. Das Ziel nun­mehr vor Augen, sucht man mit möglichst wenig Höhenverlust den Hang zu erreichen, der von der Feilerscharte zwischen Fundusfeiler und Grieskogel herabzieht. Nur wenig unter der Scharte läßt man die Skier zurück, um das letzte Stück über den Südgrat zum Gipfel zu Fuß emporzustapfen. Die Aussicht ist wirklich prächtig, die Abfahrt ent­lang der Aufstiegsroute hübsch, ohne große Höhe­punkte aufzuweisen. Alles in allem ist es eind Ski­tour wie viele andere auch, nur mit dem winzigen Unterschied, daß man zwei Tage völlig allein sein kleines Skiabenteuer sucht. Die erste Spur in un­berührtem Schnee zu ziehen, einen alten Ofen zu überlisten und allein auf dem Gipfel zu sitzen, sind sicher kleine Freuden, die zu finden aber gar nicht so leicht sind.

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