In der winterlichen Marmolata Südwestwand – Hermann Buhl

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mit kalter Verpflegung be­gnügen. An einer Kerze wärmen wir uns ein wenig die Hände. Unsere Lage ist trostlos. Wir rechnen, daß es am Morgen einen halben Meter Neuschnee hat, wenn es so weitermacht. Ob wir dann durch­kommen? Der Rückweg ist uns abgeschnitten. Un­endlich langsam verrinnt die Zeit. Die Füße sind schon längst gefühllos, die Beine eingeschlafen. End­lich läßt das monotone Rieseln auf unseren Biwaksack nach. Um Mitternacht schauen wir aus dem Sack, es hat aufgeklart. Wenn es auch empfindlich kälter wird, so ist uns dies doch lieber als der Schnee. Wir sind nun wieder voll Zuversicht. Um fünf Uhr morgens geben wir den Kameraden auf der Hütte das verabredete Lichtsignal. Um sechs Uhr schlüpfen wir aus dem vereisten Sack und kochen schnell Kakao. Nun erst merken wir die Ausgesetztheit unseres Biwakplatzes. Um sieben Uhr geht es wei­ter. Gut, daß wir tags zuvor die folgende Seillänge vorbereitet haben. Bei der jetzt herrschenden Kälte könnte man sonst nicht weiter, zudem sind in der Nacht 10 cm Neuschnee gefallen. Mit den Fäust­lingen an den Händen, arbeite ich mich die 20 m an dem Seil hinauf. Somit habe ich warme Hände bekommen und kann die Kletterei von neuem be­ginnen. Es ist mehr eine Feuerwehrübung als eine Kletterei, ein Hinaufnageln, da der Neuschnee jeden Halt verwehrt. Endlich bin ich in der Schlucht. Sie legt sich wohl etwas zurück, ist aber dafür um so glatter. Schon nach 30 m kommt wieder ein überhängender, stark vereister Aufschwung. Das Gestein ist hier äußerst glatt, nach abwärts ge­schichtet und schon im Sommer eine reine Reibungs­angelegenheit. Bei den heutigen Verhältnissen stellt dieses Stück wohl die größten Anforderungen der ganzen Fahrt an uns. Oft glaube ich ganz gut zu stehen, doch hänge ich plötzlich im nächsten Haken. So kann ich nie eine größere Strecke ohne Sicherung ausgehen, das Risiko wäre zu groß. Aber gerade das Hakenschlagen ist meistens ein Kunststück, das schwerer fällt als die Kletterei als solche. Das Wet­ter hat sich wieder verschlechtert, es ist eisig kalt, das Eisenzeug klebt förmlich an den Fingern. Nach einer weiteren schweren Seillänge legt sich die Schlucht etwas zurück, und wir können zum Grat hinaufsehen.

Um drei Uhr nachmittags stehen wir am Gipfel der Punta Penia. Kaum können wir es glauben, daß die Wand hinter uns liegt. Ein

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