In der winterlichen Marmolata Südwestwand – Hermann Buhl

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keiner von Rückzug. Über uns nur gelbe Dächer und gewaltige Überhänge. Wenn die Wand auf den Kopf gestellt wäre, könnte man wahrscheinlich ohne Hilfe der Hände hinaufspazieren.

Allmählich beginnt es zu schneien, vom Ombretta­paß steigt der Nebel herauf und hüllt uns in ein­töniges Grau. Nach der nächsten Seillänge sind wir am Beginn der Querungen. Die Platte rechts von uns ist hier etwas geneigt, jedoch vollkommen glatt. Schräg rechts ansteigend erreiche ich, meist nur mit der Reibung der Profilgummisohle, welche sich hier glänzend bewährt, eine kleine Plattform. Ohne Haken geht es noch 20 m weiter unter einen wulstartigen Überhang. Das Wetter verschlechtert sich immer mehr, wir müssen uns sehr beeilen, wollen wir noch zur Gipfelschlucht gelangen. Inzwischen bedeckt der Neuschnee schon wieder Griffe und Tritte. Nach einer 15-m-Abseilstelle erreichen wir wieder kletterbares Gelände, eine Rampe, die von links nach rechts oben zieht. Unter einer überhän­genden glatten Verschneidung lasse ich Kuno nach­kommen. Diese, das letzte Bollwerk vor dem Biwakplatz, macht uns noch schwer zu schaffen. Dann stehe ich auf einem geräumigen Platz, doch der richtige Biwakplatz, die Nische, soll zwei Seil­längen weiter rechts sein. Um sechs Uhr abends sind wir unter der Gipfelschlucht. Kleine Neuschnee­rutscher kommen aus dieser herab und ergießen sich über unsere Köpfe, zudem ist die Wetterlage be­drohlich. Heute noch müssen wir die Seillänge in die Schlucht, die schwerste der ganzen Wand, herrich­ten, wollen wir nicht Gefangene dieser Wand wer­den. Der Fels ist vereist, überall liegt Schnee. Nach-dem ich die Hälfte der Seillänge überwunden habe, zwingt mich die Dunkelheit, umzukehren. Die Seile lassen wir hängen, dann suchen wir im Schein unserer Taschenlampen einen Biwakplatz. Die Ni­sche rechts von uns, der übliche Biwakplatz, ist un­brauchbar, da sie ganz mit Schnee und Eis ausgefüllt ist. In einer handbreiten Leiste etwas unterhalb fin­den wir die einzige Möglichkeit, die Nacht halb­wegs sitzend zu verbringen. Einige Haken werden geschlagen, Sitzschlingen und Steigbügel hinein­gehängt und der Biwaksadc übergestülpt. Es ist mehr ein Hängen als ein Sitzen, zudem reicht der Sack nur bis zu den Knien, und der aus der Schlucht herausrieselnde Pulverschnee ergießt sich in unsere Kletterschuhe. Kochen können wir in dieser Lage nicht, so müssen wir uns

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