Doldenhorn Ostgrat – Erste Winterbegehung

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größtmögliche Sicherheit zu haben. Mit fortschreitendem Nachmittag wird es empfindlich kälter. Ein starker Wind ist aufgekom­men. Jetzt heißt es aufpassen, daß die Finger keinen Schaden nehmen. Nur an den schwierigsten Passa­gen können wir es uns noch leisten, die Handschuhe einen Moment auszuziehen. Sofort werden die Fin­ger gefühllos und weiß. An den Standplätzen wird die Kälte fast unerträglich. Jeder ist froh, wenn er wieder an die Reihe kommt. Hapi schlägt die not­wendigen Haken, die ich, seit wir eine Seilschaft bilden, als letzter wieder herausnehme. Bei dieser zusätzlichen Arbeit kann ich mich immer ein wenig erwärmen und bin recht froh über diesen Posten. Wieder einmal geht es einige Meter in die ausge­setzte Südwand hinaus. „Bleib einmal auf dieser Schuppe stehen und genieß den Tiefblick!“ Natür­lich, das kann nur Peter sein, der immer und in jeder Situation solche Einfälle hat. Trotz der Bedenken, die dünne, aus der Wand vorstehende Schuppe könne abbrechen, nehme ich mir einige Sekunden Zeit, den gewaltigen Eindruck dieser Stelle in mich aufzuneh­men.

Der nächste Aufschwung kann unmöglich an der Gratkante erklettert werden. Ein schwieriges und gefährliches Manöver beginnt in den Platten der Ostwand. Kein Schritt kann getan werden, ohne vorher Eis und Schnee wegzuräumen. Aufatmend finden wir uns auf einem guten Stand an der Grat-kante wieder zusammen. Das war harte und ge­fährliche Arbeit. Ich hingegen hatte leichtes Spiel, die wenigen Haken zu entfernen, von denen auch nicht einer in den schieferigen Platten einigermaßen fest steckte.

Das letzte felstechnisch schwierige Hindernis gilt es nun noch zu überwinden. Ein etwa 20 m langer, horizontaler Quergang an senkrechter Felswand führt nach links in griffigere Felsen. Eine solche Aus­gesetztheit gibt es sonst nur in den Dolomiten. Der Fels ist so steil, daß sich keine Schneeflocke darin halten kann, aber griffig, wie es sich das Herz des Bergsteigers wünscht. Wenn es nur nicht so unver­schämt kalt wäre. Ich muß midi beeilen, die Finger werden gefühllos.

Die Sonne ist verschwunden, spürbar nimmt die Kälte zu. „Was machen wir? Weiter oder Biwak?“ fragt Hapi. Wir könnten hier hintereinander auf dem Grat sitzend biwakieren, wären aber dem Wind ausgesetzt, der uns in einigen Stunden zu Eis­klötzen erstarren ließe. „Weiter! Solange wir uns bewegen, werden wir nicht unterkühlt, und ein sol­cher Biwakplatz findet sich immer noch.“

Das letzte Tageslicht ausnützend, erklettern wir den nächsten Aufschwung. Unerwartet gefährlich und schwierig wird der Weg. Die glatten, brüchigen Platten sind von Eis glasiert und tückisch mit Schnee bedeckt. Für 30 m brauchen wir mehr als eine Stunde. Unwahrscheinlich heikel wird

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