Die Weissmies über den Nordgrat

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Frühe so schlecht, daß wir erst spät aufstanden. Doch gegen 10 Uhr riß es plötzlich auf, ein blauer Himmel lachte über uns. Für eine Tour war es aber nun schon ziemlich spät. Doch da gab uns ein Bergführer in langgezogenem Schweizer­deutsch einen guten Tip: „Die Schwarzmies können Sie noch gehen — da sind Sie in fünf Stunden leicht wieder zurück.“ Nun dann nichts wie weg. Die Bergschuhe an­gezogen, Seil, Anorak und Photoapparat umgehangen, und auf ging’s! Sunni und Murline blieben auf der Hütte und machten es sich in der Sonne bequem. Wir schalteten auf unseren langen Schritt und eilten zum Westgrat de; Schwarzmies. Dabei muß man vier gewaltige Moränen-
rücken in wildem Blockgewirr überklettern, die zusam­mengerechnet fast so hoch sind wie die anschließende Kletterei. Doch man soll nicht unzufrieden sein. Schließ­lich wollten wir ja den Tag retten und auf einen Gipfel kommen, wenn er auch nur 3 195 m hoch ist. Was heißt eigentlich nur? Stünde diese Schwarzmies, die hier in die Umgebung der hochaufragenden Viertausender einge­zwängt ist, irgendwo bei uns in den Stubaiern oder Zillertalern — sie wäre ein beachtlicher und wohl anzie­hender Berg. Kommt es denn eigentlich auf die Höhe an? Ist es nicht vielmehr entscheidend, was uns ein Berg gibt, was er uns oft an kleinen Wundern der Natur offen­bart — sei es eine kleine Spitzmaus oder ein Polster leuch­tender Clusiusprimeln? 

Die Kletterei auf die Schwarzmies war recht unterhalt­sam, wenn auch Willi am Anfang über den bratschigen Fels schimpfte. Die Bratschen wiesen aber eine Rauhig­keit auf, die jedem Glaspapier zur Ehre gereichen würde. Wir kletterten ohne Seil, und als wir in festen, guten Gneis kamen, der auch an Schwierigkeit zunahm, hörte man Willi bereits frohlocken. Allerdings nur so lange, bis er auf einer Kanzel wieder in teils brüchiges Gestein geriet und auch schlecht zurück konnte. Doch mit Seil­sicherung ging dann auch das, und wir erreichten den Gipfel. Nach kurzer Abseilfahrt, bei bereits drohenden Regenwolken, sprangen wir wieder von Moränenblock zu Moränenblock und beeilten uns, noch vor dem Ge­witter die schützende Hütte zu erreichen. Am Abend klarte dann das Wetter auf und nährte wieder unsere Hoffnungen, nun doch den Nordgrat auf die Weißmies durchführen zu können. —

Und nun ist es endlich soweit. Es ist noch stockfinster im Schlafraum, doch das Wetter ist herrlich. Wir

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