Der Glödis (3206 m) – Der schönste Berg der Schobergruppe

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Jedes Gebirge hat seinen schönsten Berg, und dieser muß nicht immer der höchste sein, der durch seine besondere Form auffällt. In den Lienzer Dolomiten ist es der Spitzkofel, im Karnischen Kamm der Trogkofel und der Monte Peralba (Hochweißstein), in der Glocknergruppe der Graglodmer selbst, in der Venedigergruppe der Hochgall, in den Sextener Dolomiten der Zwölfer, in den Ampezzanern die Drei Zinnen, in der Rosengartengruppe die Vajolettürme, im Ordergebiet die Königsspitze usw. Der Glödis liegt inmitten der Schobergruppe als Abschluß des Debanttales. Auffallend ist er durch seine, eine fast gleichmäßige Pyramide bildende Form, gleich von welcher Seite man ihn betrachtet, am schansten aber von Westen durdi das Kaiser Lesachtal. Die Südost-, Süd-, Südwest- und Westgrate sind sehr ausgeprägt, der Nordgrat weniger. Der Glödis gefiel mir schon beim ersten Anblick. Ich sah ihn später von verschiedenen Seiten, auch von höheren Bergen. Vom Hochschober sieht man direkt in seine Südflanke. Vorerst dachte ich noch nicht an eine Begehung, dann war es ein leiser Wunsch, schließlich ein Plan, und Anfang September 1962 war der ersehnte Tag gekommen. Das Seil vorsorglich im Rucksack, fuhr mit einem bergbegeisterten Kameraden mit dein Krad von Iselsberg ins Debanttal.

Von der sogenannten Waslerreide der Iselsbergstraße-Südrampe zweigt ein gutes, einbahniges Sträßlein ab, führt nach einigen Kilometern zum Gasthaus Debantsäge und wieder einige Kilometer weiter, allerdings in nicht mehr so gutem Zustande, bis zur Debantbachverbauung (Talsperre). Von dort schlenderten wir geruhsam das Debanttal einwärts, immer unseren Freund Gladis vor Augen, den Debantbach murmelnd neben uns. Der Weg weist keine starke Steigung auf, so ist das Wandern, vom drückenden Rucksack abgesehen, schön, und über die Gaimberg- und die Hofalm erreichen wir am frühen Abend die Lienzer Hütte (1977).

Der fürsorgliche Hüttenwirt und seine Frau sind uns von früheren Besuchen bekannt. Viele Touristen bevölkern das schön gelegene, nette Schutzhaus, und nach einem kräftigen Imbiß und einer Plauderstunde suchen wir das Lager auf. Die Lienzer Hütte liegt im Kreuzungspunkt vieler ausnehmend schöner Obergänge, und zwar: 1. vom Debanttal herein; 2. vom Wangenitztal (Mölltal)—Wangenitzsee—Untere Seescharte (2 533 m); 3. vom Mölltal auch durchs Gradental — Noßbergerhütte — Gradenseen — Niedere Gradenscharte (2 796 m, seilgesichert); 4. ebenfalls vom Mölltal (Heiligenblut) durchs Ganitztal, evtl. Ganitz- oder Langtalseen—ElberfelderHütte—Ga-nitzscharte (2 737 m, Elberfelder Weg); 5. von Kals durchs Lesachtal—Kalser Törl (2 806 m) zwischen Glödis und Ralfkopf; 6. oder auch vom Lesachtal her übers Schobertörl (2 906 m, zwischen Debant-grat uncl Kleinschober); 7. schließlich vom Iseltal (Osttirol) über das Leibnigtörl (2 591 m)—Gartlsee; 8. über die Mirnitzscharte (2 743 m); ferner 9. über den Alkuser See—Trelebitschtörl (2 726 m) und 10. ein neuer Steig vom Zettersfeld (bis dorthin mit Gondelbahn von Lienz) über Steinermandl (2 212 m). Neben dem Debanttal also neun Zugänge mit zum Teil hochalpinem Charakter.

Zum Gipfel des Glödis (3206 m)

Das Firmament zeigte leichte Bewölkung, als wir frühmorgens die Hütte verließen. Auf dem Elberfelder Weg an einem unbenannten kleinen Bergsee vorbei aufwärts strebend, verließen wir ungefähr bei Kote 2 410 m den markierten Steig. Der Glödis hat keine markierten Anstiegsrouten, und so zielten wir steiglos den Ostgrat an über Fels, Blockwerk, Schuttriesen und Schneefelder. Der Ostgrat setzt mit einigen markanten Felstürmen und -nadeln (Gendarmen) an (Kote 2 829 m). Hinter diesen stiegen wir ein, kletterten teils knapp unterm, meist aber direkt am Grat dem Gipfel entgegen. Es ist eine genußreiche Kletterei mit schönen

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